Agrippa von Nettesheim

von Nettesheim, Dr. jur. utr. Heinrich Cornelius Agrippa (1486-1535)
auch:
Henricus Cornelius Agrippa ab (de) Nettesheym

Agrippa von Nettesheim wurde in eine chaotische Zeit hineingeboren: Amerika war entdeckt worden, und auch aus dem Osten gelang neues Wissen ins Abendland, das den herkömmlichen Glaubensauffassungen und Wissenschaften widersprach. Als Kopernikus sein Commentariolus verfasste, war Agrippa 28 Jahre alt, und ein Jahr darauf begann die Revolution, die die Kircheneinheit des Abendlandes teilte. Magische Lehren aus Ägypten, griechischer Neuplatonismus und jüdische Kabbalah, durch den Fortschritt der Buchdruckerkunst weit verbreitet, verwirrten die christlichen Geister, und eine Atmosphäre des Okkultismus bedrohte gar die skeptischen Vertreter der Naturwissenschaften.

Nicht nur der kleine Mann lebte in einem von Gespenstern und Fabeltieren bevölkerten metaphysischen System volkstümlicher Prägung, auch große Geister wie Macchiavelli oder der Humanist Poggio glaubten an Wunderzeichen und Himmelserscheinungen, die bedeutsame Ereignisse ankündigten. Amulette zum Schutz gegen Hexen und Dämonen und zur Ablenkung von Flintenkugeln wurden in Mengen verkauft, und die Angst vor dem Satan, dem manchmal mehr Macht zugeschrieben wurde als Gott selbst, zeitigte die schrecklichsten Verfolgungen durch Jahrhunderte hindurch.

Krankheit und Tod kam vom »Bösen Blick« und anderen magischen Praktiken, und allein im Paris des 16. Jahrhunderts gab es 30.ooo Astrologen. Selbst Kaiser, Fürsten und große Gelehrte glaubten an die Allmacht der Gestirne und auch ein Papst Paul III. ließ keine Reise und keine wichtige Sitzung des Konsistoriums ansetzen, ohne die Sterne dazu befragt zu haben. Was die Magier der vergangen Jahrhunderte in oft absurd-logische, immer aber faszinierendere Systeme gezwungen hatte, sank jetzt als trüber, abergläubischer Bodensatz in die Gehirne der Menschen. Kein Wunder, dass der wache, an allen Ideen und Erscheinungen seiner Umwelt regen Anteil nehmende Agrippa von Nettesheim von dieser verwirrenden und erregenden Zeit geprägt war wie kaum ein anderer Gelehrter.

Heinrich Cornelius Agrippa, aus dem alten wohlhabenden Geschlecht derer von Nettesheim, wurde am 14. oder 16. September 1486 zu Köln geboren. Er immatrikulierte bereits im Jahre 1499 an der sog. »Artistenfakultät« zu Köln u. studierte dort die Rechte, war aber bald, wie es der damaligen Zeit entsprach, von den geheimen Wissenschaften und magischen Künsten fasziniert. Er las alles, was ihm darüber in die Hände kam. Das wiederum heißt aber nicht, dass er die klassische Bildung seiner Zeit vernachlässigte. Er sprach acht Sprachen und nur zwei davon nicht fließend, wie er in einem seiner vielen Briefe, die als Zeugnisse aus seiner Zeit heute noch von großem Wert sind, erwähnte. Auch seine umfassende Kenntnis in verborgenen Dingen war außergewöhnlich, und er dürfte auch von etlichen Fürsten als ein Meister des »Großen Werkes«, der Goldmacherkunst, äußerst geschätzt worden sein. Ferner war er einer der ersten, der sich zu jener Zeit intensiv der jüdischen und ägyptisch-griechischen Geheimtradition widmete.

Über Agrippas Jugendzeit wissen wir nicht viel: Angeblich studierte er bereits ab dem Jahre 1502 Rechtswissenschaften u. Medizin zu Köln oder Paris, interessierte u. befasste sich aber auch mit anderen Wissenschaften wie Mechanik, Optik u. Sprachen. Um die Jahre 1506 und 1507, also im Alter von 21 Jahren, zog Agrippa von der Reichsstadt Köln nach Paris, wo er im Kreis von Mystikern, Alchimisten und auch »Künstlern der niederen Magie« seine Studien intensivierte – immer nach Erkenntnis dürstend und bald auch der Überzeugung, dass jenseits von Verstand und Sinneswahrnehmung ein Reich der Erleuchtung existieren musste, das für das gewöhnliche Denken unerreichbar war. In Paris gründete der erst 21jährige mit den jungen adligen Gelehrten Landulphus und Galbian sodann eine geheime Gesellschaft (Sodalität) zum Studium der Alchemie und zur Ausübung geheimer Künste, die sich bald über Frankreich und England bis nach Deutschland und Italien ausbreitete, über deren Bestehen und explizites Wirken bis heute leider nichts näheres zu bestimmen ist. Agrippas damalige »geheimgesellschaftliche« Tätigkeit ist uns u.a. durch einen Brief des Arztes Landulphus (Lyon) an Agrippa (Paris) überliefert:

»Der, welcher dir diesen meinen Brief überbringt, ist ein eifrig Suchender (rerum arcanarum curiosus indagator) geheimer Dinge und ein freier Mann (homo liber) […] Ich würde wünschen, dass Du den Mann ernsthaft prüfest und dass er Dir die Ziele seines Strebens mitteile. Denn er ist nach meiner Ansicht nicht weit vom Ziel (a scopo) […] Also eile von Norden nach Süden, beflügelt von den Flügeln Merkurs, ergreife bitte das Szepter des obersten Gewalthabers (Jovis sceptra), und nimm jenen in unsere Gesellschaft auf, falls er das Gelübde auf unsere Gesetze ablegen will (si in nostra velit jurare capitula, nostro sodalicio adscitum face). Unsere übrigen Kampfgenossen (ceteri commilitones nostri) erwarten Deine Ankunft. Darum übergebe froh Deine Segel den Winden und eile zum Hafen (portum) unseres gemeinsamen Glückes.« – Besagtes Schreiben bezeugt einen geheimen Bund mit Gesetzen, von denen wir aber sonst nichts in Erfahrung bringen können.

Agrippa kehrte Paris, möglicherweise aus finanziellen Gründen, seinen Rücken zu und begab sich erneut nach Köln, war aber immer wieder in Paris zu sehen, einer Stadt, die ihn permanent anzog, die aber auch nur eine der vielen Stationen seines unruhigen Wanderlebens war. Es blieb auch nicht nur bei der Juristerei und den geheimen Künsten, er widmete sich ebenso eifrig dem Studium der Theologie, wie er im praktischen Leben zeitweise geradezu der Gegensatz eines Theologen war: Soldat.

Im Jahre 1508 finden wir ihn bei einem gewagten Abenteuer: Ein Mitglied der oben erwähnten Geheimgesellschaft, ein junger Adliger aus Gerona (Katalanien), erhielt die Kunde, dass die Bauern seines Gutes dessen Familie enteignet u. die Macht an sich gerissen hätten. Besagte aufrührerische Bauern hatten ferner am Fuße der Pyrenäen ein Schloss gestürmt und dessen königlichen Kommandanten Jeannot, einen Freund Agrippas, von dort verjagt. Agrippa, alles andere als ein gelernter Offizier, zögerte nicht lange. Unter seiner Führung, und von einer Abteilung Soldaten unterstützt, eroberte er das Schloss zurück und ließ jene Bauern, derer er habhaft wurde, unverzüglich hängen. Aber Agrippa sollte nicht lange Burgherr bleiben: Die Bauern kamen mit großer Verstärkung zurück und schlossen die Burg ein. Agrippa – nicht dumm – ließ einen jungen Knaben der Burg als Aussätzigen bemalen u. kleiden, der prompt durch die feindlichen Linien stoßen konnte und wiederum Freunde zu Hilfe holte, um die Bauern zu vertreiben. Eine andere Quelle berichtet uns indes, Agrippa, ein böses Ende vorausahnend, machte sich des Nachts mit einigen seiner Getreuen aus dem Staub.

Bereits ein Jahr später, 1509, hielt er an der Universität zu Dôle (Franche-Comté) in Burgund – das Margarete von Österreich von der Niederlande (1480-1530), Kaiser Maximilians Tochter, gehörte – Vorlesungen über das De Verbo mirifico, des neben Erasmus von Rotterdam bedeutendsten deutschen Humanisten Johannes Reuchlin (1455-1522); ein einflussreicher Freund hatte ihm diese Anstellung ermöglicht. Reuchlin bezieht sich in diesem seinen Werk vornehmlich auf die christliche »Philosophie«, die seiner Meinung nach bereits in den antiken Philosophien enthalten, und somit nichts Neues repräsentiere. Agrippa hielt diese Vorlesungen mit solchem Erfolg, dass er umgehend einen Lehrauftrag mit fixer Besoldung an der dortigen Akademie erhielt. Seine Vorlesungen waren weithin beliebt (er verteidigte nicht nur Reuchlins Gedanken, sondern verteidigte auch die Philosophie der jüdischen Kabbalah), aber es dauerte nicht lange, und der frisch gebackene Professor rief seine Gegner aus den Reihen der Geistlichkeit auf den Plan. Es war schon schlimm genug, dass er über ein so obskures Werk wie die jüdische Kabbalah überhaupt lesen durfte. Aber die Stellung, die er dazu einnahm, stempelte ihn zum Ketzer, wie sein Hauptfeind, der Franziskanerpater Catilinet behauptete.

Agrippa suchte die Gefahr, die er auf sich zukommen sah, auf raffinierte Weise abzuwenden, indem er im Hinblick auf Margarete von Österreich (1480-1530), Statthalterin der Niederlande u. Tante des Kaisers Carolus Quint, im Jahre 1509 zwei Abhandlungen über die Vorzüge des weiblichen Geschlechts verfasste (»Der Adel des weiblichen Geschlechts« und »Die Überlegenheit der Frauen«), wohl um sich bei ihr einzuschmeicheln. Aufgrund einer der beiden Werke, namentlich das bis heute meisterhafte Werk über die Vorzüge u. Schönheit der Frau, die lat. Schrift Declamatio de nobilitate et praeecellentia foeminei sexus, galt er sogar als einer der radikalsten Verteidiger der Frauen seiner Zeit. So versuchte er beispielsweise – zeitgemäß – seine Leserschaft unter Zuhilfenahme der »Heiligen Schrift«, gestützt von Werken der antiken Philosophie, davon zu überzeugen, dass die Frau in Wirklichkeit sogar höher als der Mann stehe. Die Frau sei seiner Meinung nach schließlich nicht umsonst als letztes von allen Geschöpfen erschaffen worden und als das vollkommenste von allen sogar aus besserem Stoff – nicht aus Lehm, wie Adam –, namentlich aus dem Leib ihres Mannes geschaffen worden. Schließlich habe nicht Eva gesündigt, sondern nur Adam, denn nur ihm sei verboten worden, Früchte vom »Baum der Erkenntnis« zu naschen. Anders ausgedrückt: Gott erlaubte es der Frau, vom Baum der Erkenntnis zu essen, und damit gestattete er nur ihr, den geistigen Zustand der Unwissenheit zu verlassen.

Agrippa widmete die Declamatio der niederländischen Statthalterin mit den einleitenden Worten »[…] der göttlichen Margarethe, der erhabenen und milden Fürstin […]«. Sie aber zögerte mit ihrer Anerkennung und der damit verbundenen u. erhofften Protegierung. Just standen natürlich Agrippas Feinde (Kleriker) auf dem Plan, und so wich er im Jahre 1510 vor den ihn kritisierenden Franziskanermönchen nach England aus, die seine Zuneigung zur Kabbalah als gefährliche Häresie brandmarkten. Besonders der Franziskaner Catilinet predigte öffentlich in der Residenz Margarethes – in Gent – gegen diesen »gottlosen Cabbalisten«, und so verhinderten seine Gegner die Veröffentlichung des Werkes Declamatio de nobilitate et praeecellentia foeminei sexus, das folglich erst im Jahre 1529 – also 2o Jahre nach Abfassung – in Antwerpen auf Lateinisch, und erst 1540 zu Frankfurt auf Deutsch in einer Übersetzung von Johann Herold (1514-1567) erscheinen sollte.

Agrippa gab sich geschlagen und verfasste nun in England seine Verteidigungsschrift DE VANITATE und machte sich u.a. an das Studium der Paulusbriefe. Aber auch in England hielt es ihn nicht lange: Noch im gleichen Jahr kehrte er nach Köln zurück, wo seine Vorlesungen über alle möglichen Fragen der Okkultur großen Zulauf hatten, denn so manch einer erhoffte sich, bei ihm – dem großen Magier – die Zauberei erlernen zu können, um nicht vielleicht sogar von ihm als Privatschüler aufgenommen zu werden. Auf einer Reise nach Würzburg lernt Agrippa den Benediktinermönch Johannes von Heidenberg aus Trittenheim (Trithemius) (1462-1516)kennen, einen bereits großen Kenner der Kabbalah und der Alchemie, der sich aber von den »Küchenmeistern« und »Sudlern«, die aus »Törichten Wahnsinnige, aus Philosophen Gecken, aus Getäuschten geschwätzige Betrüger« machten, scharf distanzierte. Trithemius – wie man ihn zu seiner Lebzeit bevorzugt nannte – ist Abt des Benediktinerklosters zu St. Jakob. Er, der damals 48jährige, der spätere Lehrer des großen Paracelsus (1493-1541), nahm Agrippa in sein Kloster auf und ermunterte den 24jährigen, sein umfangreiches Wissen in einer Art Enzyklopädie der Geheimwissenschaften zusammenzutragen, – die später so berühmten Bücher von der geheimen Philosophie (De occulta philosophia), ein Werk, das eine Synthese von Christentum und Magie auf dem Boden der neuplatonischen Mystik versuchte und den Begriff des Okkultismus einleiten und prägen würde.

Nach Agrippa besteht die Magie in der Kunst, sich in den Besitz der Kräfte der höheren Welt zu bringen und durch diese die niedere zu beherrschen; für ihn die erhabendste Philosophie und vollendetste Weisheit, die als Herrschaft über die irdischen Dinge natürliche, über die Gestirnwelt himmlische, und über die Geister- und Dämonenwelt religiöse Magie sei.

»Ich wunderte mich sehr«, schrieb er, als er seine erste Ausgabe dem Abt Tritheim zusandte, »und war auch nicht wenig entrüstet, dass es bis anhin noch nie jemand unternommen hat, diese erhabene und heilige Disziplin vom Geruche der Gottlosigkeit zu befreien. Daher hat sich mein Geist ereifert und da verspürte auch ich den Willen, zu philosophieren, der Meinung, kein unmögliches Werk zu vollbringen, wenn ich diese alte, von allen Weisen gepflegte magische Wissenschaft von den Irrtümern der Gottlosigkeit erlöst und gereinigt und in der Zierde ihres eigenen Denksystems wieder hergestellt haben werde.«

Trotz dieses hohen Zieles, das den mächtigen kirchlichen Gegnern nur recht sein mochte, riet Trithemius ihm am 8. April des Jahres 1510 in einem privaten Schreiben doch zur Vorsicht: »Äußere dich in der Allgemeinheit nur über Allgemeines, über die höheren und geheimen Dinge aber offenbare dich nur den höchstvertrauten Männern und verschwiegensten Freunden.« Agrippa machte sich sogleich mit unermesslichem Eifer an die Arbeit und in erstaunlich kurzer Zeit konnte er seine erste Ausgabe der De Occulta, lose gebundene Handmanuskripte, zusammengestellt in drei Bänden, voller Stolz seinem geistigen Freund Trithemius vorlegen, der Agrippa auch prompt mitteilen lies, dass er die De Occulta über alle ihm bis dato bekannten Werke dieses Genres stellen würde, aber erneut zur Vorsicht mahnte, was deren Veröffentlichung betraf.

Agrippa lies die De Occulta dennoch im Jahre 1510 als Manuskriptsammlung vervielfältigen, deren handschriftliche Verbreitung aber – unvermutet – kein allzu großes Aufsehen erregte. Dies sollte sich im Jahre 1530 zu Antwerpen jedoch ändern (siehe weiter unten). Agrippa war dennoch klug genug, vorsichtshalber wieder einmal auf ein ganz anderes Gebiet auszuweichen: Er wurde als kaiserlicher Rat zur Untersuchung und Verbesserung des Bergwerkswesens eingesetzt.

Im Jahre 1511 folgte er als Hauptmann der Liga dem Heer Kaiser Maximilians I. nach Italien und kämpfte gegen Venedig, wobei er sich derart auszeichnete, dass er für seine Tapferkeit direkt auf dem Schlachtfeld zum Ritter geschlagen wurde (Agrippa selbst behauptete i.d.Z., dass er auf dem Felde auch geadelt worden sei und seine Adelsbekundung »von« daher rühre). Zur gleichen Zeit – wie er das bewerkstelligte, ist bis heute rätselhaft – setzte er seine Studien der höheren Theologie fort und erwarb einen Doktor beider Rechte und der Medizin.

Aber auch bei den Soldaten hielt es ihn nicht lange, denn Kardinal De Sainte Croix berief ihn zum Konzil nach Pisa. Dort hätte sich Agrippa, der in einem Brief Leo X. vom 12. Juli 1513 aufgrund seiner eifrigen Treue zum apostolischen Stuhl gelobt wird (sic!), sich mit der Kirche verständigen u. aussöhnen können, wäre das Konzil, das genau genommen nur eine Synode war, nicht vorzeitig wieder aufgelöst worden.

Nach dem französischen Sieg von Marignano im Jahre 1515 verlor er seinen gesamten Besitz, darunter die meisten seiner Bücher, Schriften und Aufzeichnungen. So trieb ihn also sein Wanderleben weiter nach Turin und Pavia, wo er noch im gleichen Jahr über des Hermes Trismegistos Schrift Pimander (Poimandros) las, jenen »dreimal größten mythischen Urheber aller Bildung, Künste und Wissenschaften«, der zeitweilig als größter Zauberer der Erde galt und dessen angebliche Offenbarungen eine gnostische Weltentstehungs- und Erlösungslehre enthalten. Agrippa berief sich in seinen Universitätsvorlesungen auf Marsillio Ficinos (1433-1499) Kommentare und die lullische Kunst, d.i. die Ars generalis (Allgemeine Kunst) und die Ars Magna et ultima (große u. höchste Kunst) des Raimundus Lullus (1232-1316). Besagte Vorlesungen verschafften Agrippa jedoch eher fraglichen Ruhm als Geld, denn auch mit diesem Thema dürfte er sich nicht gerade beliebt gemacht haben, denn bald war er wieder unterwegs, wahrscheinlich erneut auf der Flucht, diesmal in Richtung Grenoble, Genf, Avignon und Metz.

Für die Jahre 1516 und 1517 ist uns nur überliefert, dass Agrippa einen gewissen Marchese von Montferrat in die kabbalistischen Schriften und Künsten unterwies.

 

pentamensch

Der Pentagramm-Mensch

De occulta philosophia (1510)

 

 

Nach einem kurzen Aufenthalt in Turin (1517) wandte sich Agrippa im Jahre 1518 als Stadtsyndikus, Advokat und Redner zurück ins Reich nach Metz. Hier war er bereits verheiratet, mit einer bildhübschen, jungen, tugendhaften Frau, »ganz nach meinem Herzen«, wie er schrieb, mit der er einen Sohn hatte. Aber auch hier gab es bald Streit mit seinen ewigen Gegnern, den Mönchen, da er sich in Metz auch mit den reformatorischen Gedanken, die in jener Zeit heftig diskutiert wurden, befasste und für die Reformationsgedanken Partei ergriff. Seine offene Kritik an den schlechten Zuständen und der Verderbtheit der katholischen Kirche war in Metz allerdings besonders gefährlich, da die Stadt in ständige Rivalitäten mit dem lothringischen Fürstenhaus verstrickt war, das grundsätzlich den Bischof stellte.

Agrippa war kein Mann des Schweigens und die Lage eskalierte, als er sich mit einem Dominikaner namens Nicolaus Savini anlegte. Der unmittelbare Anlass war, dass Agrippa sich in den Prozess gegen eine wegen Hexerei angeklagte junge Frau einmischte, die bereits mehrfach der »peinlichen Befragung« (Folter) unterzogen wurde und diese, meisterhafter Rhetoriker der er war, auch glücklich frei bekam und sie somit vor dem sicheren Scheiterhaufen retten konnte. Dazu noch einige Details: Besagte Hexereianklage in Metz war von Anfang an eine Auseinandersetzung um die Gerichtsbarkeit zwischen der Stadt Metz und dem Bischof des Herzogtums Lothringen. Die Stadt sah sich in ihren Jurisdiktionsrechten verletzt, wollte ein Exempel statuieren, und schickte den willigen Agrippa als Vertreter zum Prozess. Dieser setzte sich natürlich prompt für die Angeklagte ein und kritisierte zahlreiche Formfehler und Rechtsbrüche. Agrippa zweifelte nicht an der Existenz der Hexerei, doch wies er alle Anklagepunkte mit seinem rationalistischen Verständnis zurück. So klärte er beispielsweise Richter und Kirchenvertreter über die sog. »Teufelsmale« auf, die lediglich Leberflecken und Muttermale seien. Ferner beklagte er den unrechtmäßigen Einsatz der Folter, da diese nur Geständnisse aufgrund der großen erlittenen Schmerzen erzwinge, und kritisierte die Hexenverfolgungen im Allgemeinen, wie auch die Inhalte des sog. »Hexenhammers« (des »Malleus Maleficarum« – einem Handbuch für Inquisitoren, das akribisch darlegte, woran Hexen zu erkennen seien) im Speziellen.

Der Prozess endete schließlich mit dem Tod des Richters und seines schriftlich hinterlassenen Geständnisses, dass er des öfteren Urteile »auf Bestellung« ausgestellt habe. Der Richter forderte in diesem Schreiben, die der Hexerei beschuldigte Frau sei auf freien Fuß zu setzen, da ihre Taten nicht bewiesen werden könne, die Zeugen ferner unglaubwürdig erschienen. Agrippa hatte den Prozess zwar gewonnen und konnte mit seinem verbalen Engagement auch ein deutliches Zeichen wider die Hexereianklagen u. Foltermethoden setzen, indem dieser Tag auch über die Grenzen Lothringens hinaus bekannt wurde, aber dennoch: Agrippa wurde, aufgrund seiner offenen Stellungnahme für die »Hexe«, aus den Diensten der Stadt entlassen. Es gelang ihm auch nicht, einen generellen Stimmungswandel gegenüber der Hexerei zu bewirken, da vor allem die Stadt Lothringen sehr heftige Hexenverfolgungen betrieb.

In Metz jedenfalls hielt ihn nun nichts mehr und Agrippa begab sich – vielmehr floh – erneut nach Köln. Aber auch seine Heimatstadt konnte ihn – einem Fluche gleich – nicht lange halten. Hier verlor er im Jahre 1521 auch seine erste Frau. In Genf heiratete er im Jahre 1522 zum zweiten mal. Es gab nach ihrem Tod noch eine dritte Frau zu Frîbourg, und den drei Ehen entsprossen insgesamt sieben Kinder. In Frîbourg und Genf spielt er den Arzt. Dort aber dürften seine Verhältnisse äußerst beengt gewesen sein, weshalb er sich nach Lyon begab.

In Lyon (1524-25) schien es dann wieder besser zu gehen. König Franz I. bewilligte ihm eine Pension, und dessen Mutter, die Königinmutter Herzogin Luise von Savoyen, ernannte ihn zu ihrem Hausarzt. Aber auch hier gab es bald heftige Kontroversen, und die königliche Dame stellte die Gehaltszahlungen wieder ein. Der Grund kann als typisch für Agrippas Charakter angesehen werden. Die Herzogin verlangte von ihm, er möge den Ausgang des Krieges gegen Karl V. in Italien aus den Sternen vorhersagen. Nun hätte jeder Scharlatan – und Agrippa wurde, besonders posthum, oft genug als Hexenmeister, Teufelsanbeter und Scharlatan gebrandmarkt – es sich sehr leicht machen, und der Königinmutter auch ohne seine Überzeugung eine ihr gefällige Weissagung aus dem Horoskop fabrizieren können. Agrippa aber weigerte sich, ja, er empörte sich sogar öffentlich, dass die Königinmutter ihn für so inferiore Aufgaben missbrauchen wollte. Zu dieser Zeit soll er auch in geheimer Mission für Heinrich VIII. von England tätig gewesen sein, was wohl einigen am Hofe zu Ohren gekommen ist u. entsprechend gemauschelt wurde. Als die Mutter des Königs schließlich Lyon samt Gefolgschaft verließ, folgte ihr Agrippa nicht nach, woraufhin sein Name aus der Pensionierungsliste wieder gestrichen wurde. Die Folge: Agrippa stürzt in tiefe Not und musste wieder einmal sein Bündel schnüren.

Agrippa rettet sich in die Niederlande, wo er seinen Lebensunterhalt erneut als Arzt bestreitet. Weder geprüft noch zugelassen, wird Agrippa nun von Dritten dazu überredet, sich einem anderen Nichtapprobierten, der in Wirklichkeit beseitigt werden soll, anzunehmen. Beide scheitern. Daraufhin zwingen ihn Hunger und Not, einem neuen Erwerb nachzutrachten.

In diese Zeit fällt die Niederschrift seines zweiten großen Werkes De incertitudine et vanitate scienciarum (»Über die Eitelkeit und Unsicherheit der Wissenschaften«), einer bissigen Satire auf die Wissenschaften seiner Zeit. Agrippa hält darin Abrechnung mit den superklugen »Grammatici« ebenso wie mit den »frechen und vorlauten Poeten«, den »fabelhaftigen Historienschreibern« und den »großsprecherischen Rhetores«. Okkultismus sei Schwindel, schreibt er, und die Kabbalah »nichts als ein verpesteter Aberglaube«. Er stand jedoch keineswegs an, sein erstes Buch über dieses Thema, die De occulta philosophia als falsch, oder wenn man so will, als eine Lüge zu bezeichnen. Aber nicht nur Künste und Geisteswissenschaften seien durch Falschheit und Eitelkeit geschändet, wetterte er, auch die Gerichte seien nichts anderes als »eine Schule übelster Gewohnheiten und eine Zufluchtstätte verabscheuenswerter Schlechtigkeiten«. Der Handel könne nichts als betrügen, und die Kassenverwalter seien nur Diebe. Der Krieg sei nichts als das Abschlachten Unzähliger, damit einige wenige ihr Vergnügen hätten, und die Medizin stelle »eine eigene Kunst des Totschlags« dar, ja oft seien »der Arzt und seine Medizin gefährlicher als die Krankheit selbst«. Alles sei relativ, meinte Agrippa als Conclusio, nur Christus könne nicht irren, er, auf den allein man bauen solle, er, die letzte Zuflucht für Leib und Seele.

Was war mit Agrippa geschehen? Sollte dieses Buch eine vollkommene Umkehr sein? Eine Selbstverteidigung? Wollte der immerhin schon 39jährige – zehn Jahre später sollte er sterben – seinen Frieden mit der Kirche machen? Zu Kreuze kriechen, indem er allem, was er in seiner »okkulten Philosophie« geschrieben hatte, abschwor? Tat er das mit diesem Werk überhaupt?

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Agrippa, eine der schillerndsten und facettenreichsten Gestalten seines Jahrhunderts, ist uns im Tiefsten ebenso ein Rätsel wie er es seinen Zeitgenossen war. Wir können uns nur an die widersprüchlichen Fakten halten, und gegen das Zu­Kreuze-Kriechen spricht, dass er es auch in diesem Werk nicht lassen konnte, über seine »liebsten Feinde«, über Papst und Kirche herzuziehen, die weniger für den Kirchenbau und dafür mehr für Wohltätigkeit ausgeben sollten. Die Bettelmönche nannte er »Schmarotzer« und die Kutte »eine Erfindung des Teufels«. Und: Er verteidigte die Gegenreformation des »unbesiegten Ketzers« Martin Luther (1483-1546), auch wenn er selbst in der römischen Kirche blieb, um seine Existenz nicht noch mehr zu gefährden. Die Reaktion seiner Gegner ließ nicht lange auf sich warten.

Dass dieses Werk keine ernsthafte Leugnung der de occulta philosophia sein konnte, ist auch daraus zu ersehen, dass er diese jetzt, 23 Jahre nach dem Erstdruck, nur mit einem klärenden Vorwort versehen, noch einmal erscheinen ließ. Ein Faktum, das die Zeitgenossen vollends verwirrte. Wenn man aber genauer in die Streitschrift De incertitudine hinein liest, bemerkt man bald, dass Agrippa trotz aller Angriffe und Rüpeleien nach allen Seiten hin, die bei ihm schon zur Routine gehörten, weder der Wissenschaft noch der Magie jede Wirkung abspricht. Er zweifelt letztlich nur an der Fähigkeit des Menschen, das Absolute zu erkennen; es sei denn im Bereich und mit den Mitteln des »Wahren Glaubens«.

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Auch in seiner De Occulta philosophia distanzierte er sich sehr heftig und wortgewandt von den »Zauberern« und »Teufelsschülern« seiner Zeit mit ihrem mystischen Abrakadabra – also von allem, was seine Feinde ihm selbst immer wieder zuschrieben. Dieses Werk hatte es sich zum Ziel gesetzt, möglichst alles, was seit der Antike über Magie gelehrt, erzählt und geschrieben worden war, in ein System zusammenzufassen: Die Astrologie, die Zahlenmagie (d.i. die Kabbalah), die Engel, Dämonen, Geister und Totenbeschwörungen und all die magischen Zeremonien, Vorzeichen, Träume, Amulette und Talismane sowie die Geomantie – die Punktierkunst. Ihm ging es darum, die »wahre Magie«, die wegen ihrer Verfälscher, Pseudomagier und Gaukler bei der Kirche in Verruf geraten war, in Schutz zu nehmen. Dazu schreibt er, der, wenn auch oft über recht seltsame Wege zu Einsichten gelangte, die echter Magie und Mystik nahe kommen, in einem Brief an den Augustinerpater Aurelius von Aquapendente folgende Sätze:

»Was man von der unbesiegbaren Gewalt der magischen Kunst, von den wunderbaren Bildern der Astrologen, den Verwandlungen der Alchimisten und jenem gepriesenen Steine, durch welchen midasgleich alle Metalle in Gold verwandelt werden, Erstaunliches erzählt und schreibt, wird als nichtig, erdichtet und falsch erfunden werden, sooft man es buchstäblich nimmt. Wer möchte aber behaupten, dass die Überlieferungen großer und ernster Philosophen, die über solche Dinge schrieben, falsch seien? Nein, es wäre unrecht, sie für Lügen zu halten. Nur ist der Sinn ein anderer, als wie die nackten Buchstaben ihm geben. Wir dürfen das Prinzip so großer Operationen nicht außer uns suchen. Es wohnt ein Geist in uns, der sehr gut vollbringen kann, was immer die Mathematiker, Magier, Alchimisten und Nekromanten Wunderbares und Erstaunliches zu leisten imstande sind.«

Es geht ihm also nicht wie den Scharlatanen und sog. »Schwarzmagiern« darum, »nach außen« zu wirken, also Macht zu gewinnen oder Gold zu machen. Wie viele Philosophen und Mystiker sieht auch er die große Dreiteilung der Welt in eine körperliche, eine seelische oder astrale (anima) und eine geistige (spiritus).

Agrippa nennt es Weltgeist, »durch welchen die himmlischen Seelen die groben Körper bewohnen und ihnen wunderbare Gaben mitteilen können.« Die »Quinta essentia«, und »es ist nichts in der ganzen Welt, das nicht einen Funken ihrer Kraft hätte.« Von der Seele sagt er: »Ihr wohnt eine Kraft inne, die Dinge und Menschen zu verwandeln. Alle Dinge gehorchen ihr, wenn ihre Kraft oder Leidenschaft eine bedeutende Höhe erreicht. Denn das Obere bindet das Untere und zieht es an sich; das Untere wird dem Oberen gleich verändert oder affiziert. Auf ähnliche Weise kann der Mensch, wenn er sowohl durch die Leidenschaft seiner Seele als auch durch die gehörige Anwendung natürlicher Dinge sich himmlische Gaben teilhaftig gemacht hat, einen weniger Starken bannen und zum Gehorsam zwingen.«

Ab 1528 wirkte er als Arzt in Antwerpen und im Jahre 1529 oder 1530 wird er sogar kaiserlicher Hofarchivar und Hofhistoriograph zu Mechelen. Der Grund: Gleich vier verschiedene Gönner beriefen ihn zu sich und das Glück schien ihm ausnahmsweise wieder hold: König Heinrich VIII. von England, der Kanzler des deutschen Reiches, ein italienischer Marchese und – unverhofft – sogar Margarethe von Österreich, die nun, 2o Jahre nach Abfassung seiner Schrift »Die Überlegenheit der Frauen«, für diese Abhandlung gewonnen war. In seiner Eigenschaft als Hofarchivar erhielt er schließlich vom Kaiser auch sein erstes Patent, das seine Bücher sechs Jahre lang vor Nachdruck durch Dritte schützte (entspricht einem befristeten »copyright«), d.i. für seine Werke De Occulta Philosophia, De incertitudine et vanitate scientiarum u.a., die ihm natürlich Beifall und Widerspruch zugleich eintrugen. Nun ergriff Agrippa seine Chance und sorgte für eine erste professionelle Drucklegung seiner De Occulta Philosophia, was ihm zudem überaus von Nöten schien, da seit dem Jahre 1510 durch das Abschreiben seiner ersten Handmanuskripte, und auch durch Übertragungen in andere Sprachen, viele Verfälschungen entstanden, die Agrippa nicht begeisterten.

Die Reaktionen von Klerus und weltlicher Macht auf sein ebenfalls im Jahre 1530 zu Antwerpen gedruckten zweiten Buches »Über die Eitelkeit und Unsicherheit der Wissenschaften«, in dem er darlegte, dass alles menschliche Denken u. Handeln eitler Natur sei, waren indes äußerst heftig. Kaiser Karl V. verlangte gar einen Widerruf seiner Kritik an der Kirche. Der päpstliche Legat, Kardinal Campegio (Campeggi), wie auch Kardinal de La Mark versuchten vergeblich, ihn und seine Schrift zu verteidigen. Als Agrippa seinen Widerruf verweigerte, wurde ihm sein Gehalt drastisch gekürzt und bald darauf sogar gestrichen. Aufgrund der sich nun anhäufenden Schulden, die Agrippa natürlich nicht zurückzahlen konnte, – ehemalige Freunde und Gönner distanzierten sich immer mehr von ihm – warf man ihn schließlich im Jahre 1531 in den Schuldenturm zu Brüssel, aus dem er erst nach knapp einem Jahre durch befreundete hohe geistliche Würdenträger, die seine Freiheit erwirkten, frei kam. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Überredungskünste und das Engagement des Erzbischofs Hermann von Wied aus Köln zu nennen, der für diese seine Freilassung federführend war. Agrippas folgende Verbannung aus dem Reich konnte indes auch er nicht verhindern, woraufhin sich Agrippa an den Hofe des Erzbischofs und zeitweise nach Bonn begab.

Das aber brachte Agrippa nicht zum Schweigen, im Gegenteil: Der Inquisition zum Trotz, kam Agrippa nun die »glänzende« Idee, das im Jahre 1530 erstmals zu Antwerpen gedruckte Buch nun auch noch einer völligen Überarbeitungen zu unterwerfen, da – laut Agrippas Meinung – sich seine Kenntnisse hinsichtlich des Okkulten in den letzten beiden Jahrzehnten immerhin bedeutsam erweitert hätten. Agrippa machte sich erneut an die Arbeit und die Drucklegung der ersten verbesserten u. erweiterten Auflage der De Occulta erschien im Jahre 1531 in drei Foliobänden zu Köln, die er einem seiner Freunde, namentlich dem Erzbischof Hermann von Wied, widmete (Stichwort: Schuldenturm). Dieser hielt, so gut er nur konnte, Agrippa den Rücken frei, indem er ihn vor den sich häufenden Angriffen der Inquisitoren schützte, rechtfertigte u. verteidigte. Jene nachträgliche Veröffentlichung löste eine unglaubliche Verwirrung beim Adel, dem Klerus und der allgemeinen Leserschaft aus, da der Inhalt dieses Werkes durch seine Schrift »Über die Eitelkeit und Unsicherheit der Wissenschaften« bereits widerrufen zu sein schien. Seine »okkulte Philosophie« aber lehrte den optimistischen Glauben, dass die Menschen durch die Macht ihres Wissens Magie bewirken könnten.

Die erneute Veröffentlichung der De Occulta brachte ihm also nur weitere Verfolgungen ein und er musste Deutschland wieder einmal verlassen. Dennoch konnte Agrippa die Foliodrucke seiner De Occulta Philosophia im Jahre 1533 erfolgreich beenden. Spätere Ausgaben sollten folgen: In lateinischer Sprache – wie übrigens alle seine bisherigen Veröffentlichungen – im Jahre 1543 (Basil. Folio), im Jahre 1550 (Lugdunum Bat. 8) und erstmals in deutscher Sprache im Dezember des Jahres 1852 zu Stuttgart. Es soll aber – angeblich aufgrund einer handschriftlichen Kurznotiz einer nicht näher bekannten Person – bereits im 18. Jh. eine deutsche Übersetzung existiert haben. Agrippas Opera omnia erschienen im Lyon der Jahre 1531, 16oo und 16o5 in jeweils zwei Oktavbänden, die erste englische u. 624 Seiten umfassende Übersetzung zu London im Jahre 1651.

Zur De Occulta ist anzumerken, dass Agrippa diese Schrift nicht im volkstümlichen Sinne als eine »okkulte Schrift« im Sinne von »verborgen« und »geheimnisvoll« verstand, er sie also nicht für die Volksmasse – die misera plebs seiner Zeit – verfasste (ihr soll sie, nach eigener Aussage, für immer verborgen bleiben), sondern vielmehr für Philosophen, für Kenner der magischen Wissenschaft. Das aber, was er und seine Freunde unter »Philosophia« verstanden, hat mit dem, was wir im 21. Jh. als eine solche bezeichnen, nur wenig gemein: Ihnen ging es dabei um keine »Erkenntnis« im heutigen philosophischen Sinne, sondern um ein reines »Erkennen« von Dingen und Zusammenhängen. Und: Die De Occulta repräsentiert keine Clavis, d.h., sie ist kein magisches Regelwerk, das Einzelheiten der magischen Praxis mitzuteilen vermag resp. mitteilen will.

Im Jahre 1535 begab sich Agrippa nach Lyon (Frankreich), wo er prompt erneut gefangengesetzt wurde, und ihn nun wieder alte Freunde auslösen konnten. Nach seiner Freilassung begab sich Agrippa nach Grenoble, wo er schließlich am 18. Februar, 49 Jahre alt, verarmt starb.

Bereits unmittelbar nach seinem letzten Atemzug setzte die Legendenbildung rund um diese vielfältige, widersprüchliche und geniale Gestalt ein. Schon sein Tod wurde in den verschiedensten Variationen berichtet, aber der Teufel, den er in Gestalt eines schwarzen Pudels immer bei sich gehabt haben soll, reicht gar bis zu Goethes Faust, der einige Züge der Biographie Agrippas zum Anlass nahm, das Bild eines Magiers lebendig zu gestalten. In Rabelais‘ Pantagruel wird Agrippaals »Herr Trippa« erwähnt.

Paul Jovius (1574-1633) weiß uns ins seiner Elogiis doctorum virorum gar zu erzählen, dass, als Agrippas Tod nahte und man ihn mahnte, Reue zu üben, er seinem Hund das Halsband abgenommen und zu ihm gesagt haben soll: »Geh, unglückliche Bestie, die du zeit meines Lebens die Ursache meines ganzen Verderben warst!« Der Hund soll daraufhin sofort geflohen sein und sich in die Saone gestürzt haben. Es wurde auch gefabelt, er habe seine Zeche in Wirtshäusern mit Hornstücken bezahlt und die Wirtsleute derart illusioniert, dass sie diese als Münzen annahmen. Somit hatten seine Erzfeinde es nicht schwer, in als grossen Zauberer und Schwarzmagier in Verruf zu bringen.

Als Hauptverantwortlicher für Agrippas schlechten Nachruf ist vor allem Jean Bodin(1530-1596) – Staatsrechtler u. starker Befürworter der Hexenverfolgung – zu nennen. So behauptete er zum Beispiel, dass der schwarze Hund Agrippas in Wirklichkeit ein Höllengeist gewesen sei und verwarf in seinem Werk »De la Démonomanie des sorciers« im Jahre 1580 alle magische Kunst, mit der sich Agrippa so intensiv beschäftigt hatte. Aber bereits der spanische Jesuitenpater Antonio Martinez Del Rio (1551-1608) assoziierte Agrippa mit der Figur des Faust und stellte Agrippa als Erzzauberer und Scharlatan dar, der sein Wissen dazu benutzte, um andere zu betrügen.

Schließlich wurde Agrippa auch durch den elisabethanischen Dramatiker u. Dichter Christopher Marlowe (1564-1593) zur Vorbildfigur in der Literatur, der in seinem Drama »The Tragical History of Life and Death of Doctor Faustus« die Magie verwirft und Faust als überheblichen und skrupellosen Schüler Agrippas (sic!) darstellt, der sogar einen Teufelspakt schließt, um mehr Wissen zu erlangen. Agrippa erscheint dabei als gänzliche falsche Idealfigur. Deshalb beeinflusste nicht zuletzt auch die negative Figur Agrippas die Entstehung von Goethes Faust. Nicht minder negativ berichtet uns der Jesuit Martín Delrio in seiner Disquisitonum magicarum Sect. II, Agrippa habe – wie einst Faust u. Paracelsus – seine Zeche mit verblendetem Geld bezahlt, und dergleichen Phantasmagorien mehr.

40 Jahre nach Agrippas Tod – im Jahre 1575 – erschien zu seiner »Geheimen Philosophie« in drei Büchern noch ein viertes Buch, das aber höchstwahrscheinlich nicht von ihm stammt, was schon der Schreibstil als auch der Inhalt zu erkennen gibt; was aber auch sein Freund und Schüler, der berühmte Dämonologe Johannes Wier(us) (1515-1588) bezeugte. Dieses obskure IV. Buch handelt von Geomantie und Beschwörungsmagie.

Agrippa von Nettesheims Werke sind zweifellos von großem kulturhistorischen und geistesgeschichtlichen Interesse. Einiges aus seinem Gedankengut ist heute sogar regelrecht »up to date« und »modern«. Wohl war sein noch ptolemäisches Weltbild vom Erdkreis, der »mit seinen Reichen und Ländern unter die Planeten und Himmelszeichen verteilt« sei, schon zu seiner Zeit überholt. Nikolaus Kopernikus (1473-1543) hatte ja statt der Erde die Sonne zum Mittelpunkt unseres Planetensystems erklärt. Aber mit der »Leidenschaft der Seele« die Dinge verwandeln, also die Materie beeinflussen und auch »einen weniger Starken zum Gehorsam zwingen« kann, ist alles schon vorgezeichnet, was die Wissenschaft später mit den Vokabeln Psychosomatik, Suggestion, Hypnose und Telepathie benennen wird.

»Wenn Zauberer Schaden stiften wollen«, schreibt Agrippa »so vermögen sie durch den festen Blick die Leute in höchst verderblicher Weise zu bezaubern. Offenbar kann nämlich der Körper von dem Dunst eines andern kranken Körpers sehr leicht angesteckt werden, was wir bei der Pest und dem Aussatz deutlich sehen. Es darf sich deshalb niemand wundern, dass der Körper und die Seele des einen von der Seele des anderen auf ähnliche Weise affiziert werden kann, da die Seele weit mächtiger, stärker, glühender und beweglicher ist, als die von den Körpern ausströmenden Dünste, wie es ihr auch nicht an Mitteln fehlt, durch welche sie wirken kann. Zudem hat über den Körper eine fremde Seele nicht weniger Gewalt als ein fremder Körper. Auf diese Weise soll der Mensch bloß durch seinen Gemütszustand und Charakter auf einen anderen wirken.

Daher warnen die Philosophen vor dem Umgang mit schlechtgesinnten und unglücklichen Menschen, da ihre von schädlichen Strahlen erfüllte Seele auf eine unheilvolle Weise ihre Seele ansteckt. Dagegen soll man die Gesellschaft guter und glücklicher Menschen aufsuchen, denn diese können durch ihre Nähe sehr viel Nutzen bringen. Denn wie der Stink-Asant und der Moschus alles mit ihrem Geruch erfüllen, so geht von dem Bösen etwas Böses und von dem Guten etwas Gutes auf den nächsten über und haftet oft lange.« Das wäre 1oo Jahre vor unserer Zeit noch Aberglaube gewesen und ist es für viele noch heute, obwohl jeder sensible Mensch es spüren kann.

Bereits die frühen Christen kannten die Kräfte des Gebets und wussten, dass Gedanken bewegende, wirksame Kräfte sind. Schon die Volksweisheit weiß seit Jahrtausenden von der Kälte, wenn ein feindseliger Mensch in den Raum tritt, vom »gebrochenen« Herzen, wenn der seelische Kummer zu groß geworden ist. Und die moderne Wissenschaft beginnt das alles jetzt wieder zu entdecken und ihre Beweise herbeizubringen. Die Kräfte von Gedanken sollen einmal – typisch für unsere Zeit – Raketen und Flugzeuge lenken können.

Zum Abschluss noch zwei namhafte Weggefährten über Agrippa:

Zum einen sein einziger und zugleich treuester Famulus, Johannes Wier(us) (1515-1588): »Agrippa sprach in achterley Sprachen und seine Büchersammlung ist die größte und reichste, die ich je zu Gesicht bekommen habe.«

Zum anderen Athanasius Kircher (1601-1680): »Es wäre sinnlos, jene Bücher aufzuzählen, die er [Agrippa] gelesen oder exzerpierte: man müsste die ganze Gelehrsamkeit samt der okkulten zusammenschreiben. Hebe ich dennoch die Namen Plato und Hermes Trismegistos hervor, so nur deshalb, um Agrippa von Nettesheim in jene Zusammenhänge einzuordnen, in die er trotz allem im letzten gehört. Die Anfänge, von denen er kommt, heißen Porphyrius, Jamblichos, Proklos, heißen Tabula Smaragdina. Und konsequent setzt er die Reihe mit Hermes und dessen „Pimander“ fort. Und wenn er weiter die Kabbalah in seine Studien mit einbezieht – er lernte sie über Reuchlin kennen – so erweiterte das nur seinen Grund, wie alles, was er den Florentinern an neuplatonischem Gedankengut verdankt. So wächst der Kreis, in dem er stand, und der zuerst nur Alchymie, Astrologie, die Mantik, die schwarze und weiße Magie umfasste. Das gesamte Wissen, das einem Menschen in dieser Zeit ergreifbar war, hat er ergriffen und an sich gebracht.«

Es ist kein Wunder, dass Agrippa noch zu seiner Lebzeit als der größte Polyhistor aller geheimen, verborgenen Künste u. Wissenschaften galt. Alle, die nach ihm kamen, haben auf dem, was er kompilierte, gestanden. Für sie war er Autorität, wie er bis auf den heutigen Tag nahezu allen Freunden der geheimen Wissenschaft Autorität geblieben ist. Keinem der uns überlieferten Magier jenes Jahrhunderts ist das widerfahren, was ihm geschah, namentlich: Dass seine Schriften auch heute wieder gedruckt und verbreitet werden.

Agrippa kann als der wohl bedeutendste Hermetiker bzw. Neuplatonist seiner Zeit bezeichnet werden. Er studierte die Schriften eines Plotin (205-269), Porphyrios (232-301), Jamblichos (283-330), Reuchlin (1455-1522) u.v.a.m. und stand als namhafter Gelehrter mit den großen Humanisten seiner Zeit in häufigem Briefwechsel, wie beispielsweise Philipp Schwarzerdt (Melanchthon) (1497-1560), Desiderius Erasmus von Rotterdam (1466-1536), Kardinal Lorenzo Campegio von Bologna (1474-1539).

Das Sammeln allen magischen Wissens war sein Verdienst und Fluch zugleich, denn stetes Wühlen und unerlässliches Suchen behinderten seine eigenen Werke. Sein Ziel war es, die »alte Magie«, vom Unrat gereinigt, aus dem vermeintlichen Sumpf herauf zu führen. Er realisierte dies, indem er den Neoplatonismus, die Hermetik, die Kabbalah, die Magie, den Okkultismus sowie die lullische Kunst miteinander verknüpfte und gesammelt in seinem bis heute bekanntesten Werk, der De Occulta Philosophia, nieder schrieb. Übrigens: Das heute gebräuchliche Wort »Okkultismus« leitet sich vom Titel dieses Werkes ab.


Schlussbemerkung:
Das immer wieder Agrippa zugeschriebene Werk mit dem Titel
Liber quartus de occulta philosophia, seu de ceremoniis magicis – das sog. »IV. Buch« -, das erstmals im Jahre 1565 in lateinischer Sprache erschien, wurde nicht von Agrippa von Nettesheim verfasst, sein Name lediglich als eine Art Markenzeichen missbraucht, was auch sein Famulus Wierus dementiert. Diese Schrift enthält rituelle Anweisungen zur Talismanherstellung und zur Beschwörung von Geistern, die zusätzlich um die Schrift Elementa Magica des Pietro d’Abano (1257-1316) bereichert wurde.


Bilder:
Opera Omnia, Frontispiz, lat. Ausg. Lyon 16oo
De Occulta Philosophia, Seite zur Cabbala, lat. Ausg. Lyon 151o
Bildnis I, Kupferstich, Agrippa im Alter von 25 Jahren

Bildnis II, Kupferstich, Agrippa im Alter von 25 Jahren
Bildnis III, Kupferstich, Agrippa im Alter von 25 Jahren
Bildnis IV, Kupferstich, Agrippa im Alter von 25 Jahren


Quellen:
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Agrippa ab Nettesheim Henricus Cornelius: »De Nobilitate & Praecellentia foeminei sexvs, eivsdemque supra virilem eminentia libellus, hac postrema editione recognitus & emendatus«, Lat. Ausgabe 1568

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