Lovecraft, Howard Phillips (H.P.L.)

Anmerkung:
Die hochgestellten arabischen Zahlen im Text beziehen sich auf die Fußnoten an jedem Seitenende – die Numerierung der Zitate und Quellenangaben erfolgt durch lateinische Zahlen im Text und erscheint in der Quellenangabe.


HOWARD PHILLIPS LOVECRAFT (1890-1936)

Werke zwischen Wahrheit und Fiktion

A. KOSMOLOGIEN

Zahlreiche frühe Kulturen der Menschheitsgeschichte haben uns detaillierte Kosmologien überliefert. Diese metaphysischen Weltbilder versuchen dem Menschen Antwort zu geben auf die Frage nach dem Entstehen der Welt, des Lebens und vor allem nach der Herkunft und der Existenz seiner Götter. Das Auffällige an diesen Kosmologien, denen man in allen bekannten Kulturen begegnet, ist, dass die meisten von ihnen sich in ihren Grundzügen stark gleichen – sich manchmal sogar direkt aneinander anlehnen. Um einen kurzen Überblick über die wesentlichen Inhalte zu geben, soll an dieser Stelle die griechische Mythologie als erläuterndes Beispiel gewählt werden.

Fester Bestandteil des Weltbildes sind stets zwei (manchmal auch drei) Urgottheiten, die bei den Griechen Gaia (die Fruchtbarkeit der Erde) und Uranos (die Zeugungskraft des Himmels) heißen. Die Entstehung dieser Urgötter bleibt meist in mystischen Formeln verschleiert.

Im Verlauf der Kosmologie begattet Uranos Gaia und so gebärt diese ihrem Mann mehrere Kinder verschiedenen Geschlechts – die neuen Gottheiten, die »Titanen«. Nachdem die männlichen Titanen, deren berühmtester Kronos war, sich mit einer ihrer Schwestern vermählten, gebären diese wiederum eine neue Generation von Göttern.

Dieser Ablauf könnte sich unbegrenzt fortsetzten lassen. Die verschiedenen Göttergenerationen pflegen sich untereinander aber feindlich gesinnt zu sein. Aus diesem Grund kommt es zu Kämpfen zwischen den neugeborenen und den alten Göttern, an deren Ende meist die Jüngeren als Sieger stehen – bei den Griechen also die Titanen, da Kronos Uranos tötet. Die alten Götter werden »gebunden« und an unzugänglichen Orten eingesperrt. Von nun an regieren die jungen Gottheiten die Welt und im Laufe der Zeitalter ihrer Herrschaft wird die Erde reicher an Leben und Vegetation – bis sie schließlich den Menschen hervorbringt.

Diese groben Grundzüge einer Kosmologie lassen sich sowohl in der Mythologie der Griechen, wie auch der Ägypter, der Inder oder der Germanen ausfindig machen. Ebenso lässt sich ein genau derartiges, eigenständiges Weltbild auch in dem Werk des Schriftstellers Howard Phillips Lovecraft wiederfinden.

Im Laufe seiner schriftstellerischen Tätigkeit schuf H. P. Lovecraft ein geschlossenes Götterpantheon. Er ließ – angeblich – fiktive Berichte über deren Kämpfe auf der vorzeitlichen Erde in sein Werk einfließen und schilderte einen Kult, der den gebundenen alten Göttern zur Verehrung dienen sollte. All diese inhaltlichen Grundlagen seiner Veröffentlichungen – so betonte er es zeit seines Lebens – sollen einzig seiner lebhaften Phantasie entsprungen sein.

Erst zu Beginn der 90er Jahre gelang es durch intensive Studien nachzuweisen, dass auch seine Mythologie sich an einen historischen Hintergrund anlehnt. Es eröffnet sich dem forschenden Leser so ein völlig neuer Ausblick, nicht nur auf den Autor selbst, sondern auch auf die bisher unbekannten Quellen, denen er die Grundlage seiner phantastischen Kreationen entnommen haben könnte.

Will man sich nun der verborgenen Authentizität in den Werken Lovecrafts nähern, so bleibt es im ersten Schritt unerlässlich die Person »Lovecraft«, seine vielen, seltsamen Eigenheiten und seine prägenden Lebensumstände kennen zu lernen.


I.1.DIE  FAMILIÄRE  SITUATION  LOVECRAFTS

»Er war das phänomenalste Wunderkind, das ich je gekannt habe, und mit sieben schrieb er Gedichte mit so düsterem, phantastischem, ja schauerlichem Inhalt, dass seine Privatlehrer entsetzte waren. Vielleicht hatte seine auf Verzärtelung und Absonderung beruhende Erziehung zu dieser Frühreife beigetragen. Er war ein Einzelkind und hatte körperliche Schwächen, die seine in ihn vernarrten Eltern beunruhigten und sie veranlassten, ihn immer in ihrer Nähe zu halten. Er durfte nie ohne ein Kindermädchen weggehen und hatte selten Gelegenheit, unbeaufsichtigt mit anderen Kindern zu spielen. All das nährte sicherlich das seltsam geheimnisträchtige Innenleben des Jungen, der sich nur durch die Phantasie Zugang zur Freiheit verschaffen konnte[1]« [i]

Howard Phillips Lovecraft wurde am 20 August 1890 in Providence, einer kleinen Stadt im Bundesstaat Rhode Island, geboren. Er wuchs in einem Haus auf, in dem er schon bald der einzige »Mann« sein sollte[2], was ihn bis zu seinem Lebensende 1937 stark prägte.

Sein Vater Winfield Scott Lovecraft, der als reisender Handelsvertreter beschäftigt war, infizierte sich schon früh mit der Syphilis und wurde deshalb bereits drei Jahre nach Howards Geburt für rechtlich unmündig erklärt. Zu diesem Zeitpunkt war die Krankheit schon so weit fortgeschritten, dass sich die Symptome der Parese (das Endstadium der Syphilis) schon folgenschwer an ihm bemerkbar machten.[3]

Ist man sich der Auswirkungen dieser Umstände auf ein normales, bürgerliches Leben bewusst, so braucht man kein Arzt mehr zu sein, um zu verstehen, in welcher Hölle sich Winfield selbst, vor allem aber auch seine Frau Sarah Phillips Lovecraft und sein Sohn befanden.  

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Auch wenn der Vater die fünf schmerzvollen Jahre vor seinem Tod in einer psychiatrischen Klinik verbrachte, wurde doch von Biographen Lovecrafts angemerkt, dass es in dieser Zeit, gerade für den Jungen, wohl um einiges »schlimmer als tot« [ii] gewesen sein musste.


I.2.  LOVECRAFTS  ERZIEHUNG  ZUM  EINSIEDLER

Das bittere Ende der Ehe von Winfield und Sarah Lovecraft, die selbst streng puritanisch erzogen worden war, hatte – neben dem starken Einfluss seiner Großeltern –  eine bedeutende Auswirkung auf Howards weitere Erziehung durch seine Mutter.

Sie war enttäuscht von ihrem Ehemann, der ständig auf Reisen gewesen war, bis er letztendlich an einer Geschlechtskrankheit zu Grunde ging (was einigermaßen Aufschluss über sein Beschäftigung auf jenen »Geschäftsreisen« gibt), und fasste nun den Entschluss – bewusst oder einfach aus der negativen Erfahrung heraus – Howard so häuslich und vor allem so enthaltsam wie möglich zu erziehen.

So nahm sie ihren Sohn auch noch in dem selben Jahr, in dem ihr Mann verstorben war, von der Schule, die er aufgrund seiner mangelhaften Gesundheit angeblich nicht in der Lage war zu besuchen.

Sarah Lovecraft genoss es von nun an zu sehen, dass »ihr« Howard sich auf Grund seiner körperlichen Schwächen und Krankheiten, denen sie so gut sie konnte Vorschub leistete, zu einem häuslichen Einsiedler entwickelte.

Nachdem sie ihren Sohn bis zu seinem sechsten Lebensjahr die Kleider eines Mädchens und blonde Flachslocken tragen ließ (aus der Enttäuschung und dem daraus folgenden Starrsinn darüber, dass Howard kein Mädchen geworden war), versuchte sie ihm nun einzureden, wie hässlich er sei, und dass er sich am besten nicht auf der Straße zeigen solle – schon gar nicht vor den Augen fremder Frauen …    

An dieser Stelle wäre es ohne weiteres möglich, noch Dutzende solcher Beispiele dafür anzuführen, wie sie ihren Sohn fast bis zur Impotenz bemutterte und seine Schwächen (wie seine frühen körperlichen Gebrechen und seine extreme Kontaktscheu) anstatt seiner Stärken, förderte.

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Allerdings ist dieses Verhalten wohl nicht auf eine bewusste Böswilligkeit der Mutter zurückzuführen, sondern schlicht und einfach, wie sich später noch zeigen wird, auf ihre eigene Person.[iii]

Nachdem er die Schule verlassen hatte, bekam Lovecraft Privatunterricht und besuchte lediglich in der kurzen Zeit von 1904 bis 1908 ein öffentliches College, ohne jedoch einen Abschluss erreichen zu können. Denn dazu schien es ihm zu dieser Zeit dann wirklich schon an körperlicher Stabilität und Ausgeglichenheit zu mangeln.

Das meiste seiner breitgefächerten und überaus detaillierten Bildung eignete sich der junge Lovecraft im selbstauferlegten Studium an – schon früh eingeleitet von seinem Hunger nach Wissen und Geheimnissen.

Sonia H. Davis, die fünf Jahre lang mit Lovecraft verheiratet war,  sieht die Erklärung für diese Entwicklung darin, dass »er für seine Jahre von frühreifer Intelligenz, extrem empfindsamer Natur und phantasievollen Gemüts war und [da er] keine Spielgefährten hatte, wandte er sich instinktiv Büchern zu, die normalerweise zu schwierig für dieses zarte Alter waren.« [iv]


I.3. DAS  OKKULTE  »ERBE« SEINER  GROSSELTERN

Sein nicht nur literarischen Interesse wurde von früh auf von seinem Großvater mütterlicherseits, Whipple van Buren Phillips, sorgsam gelenkt und behütet. An dieser Stelle ist es notwendig, auf die Person des Großvaters ein wenig ausführlicher einzugehen, da dieser Lovecraft wie kein anderer geprägt hat, und von diesem selbst als der wahre Mittelpunkt seines Lebens bezeichnet wurde.[v]

Whipple Phillips bekleidete einige hohe Ämter in der Gesellschaft Neu-Englands, darunter auch ein hohes ägyptisches Freimaurer-Amt. Er war der einzige in den Familien Lovecraft und Phillips, der wirklich wohlhabend war; und so verarmten die Lovecrafts schon bald nach seinem Tod im Jahre 1904 auf Grund des fehlenden Einkommens des gestorbenen Vaters Winfield.

Aber nicht nur von jenem Großvater (und dessen Frau Robbie Phillips) wurde Howards reges Interesse und seine ausgeprägte Neugier für alles Unheimliche und Okkulte genährt, sondern auch von dessen Bibliothek, die über zweitausend Bände beinhaltete.[vi]

Schließlich war Whipple Phillips selbst ein Liebhaber okkulter Literatur gewesen; und so umfasste seine Bibliothek auch sehr seltene magische Schriften, wie zum Beispiel das  Picatrix  von Maslama ibn Ahma al-Magriti oder Goldzihers Das Buch vom Wesen der Seele, nach einer anonymen Schrift in der Bibliotheque Nationale de Paris. Darüber hinaus enthielt sie Werke der hermetischen Tradition, Grimoires (Zauberbücher), aber auch Privatdrucke und Ordenspapiere.

Dies alles sollte den Enkel Whipples einmal stark prägen. Damit es aber dazu kam – damit der Großvater wirklich einen »Erben« in Howard für seine geistige, okkulte Tradition finden konnte – begann er ihm schon in frühester Kindheit, Geistergeschichten vorzulesen, die er sich angeblich selbst ausgedacht hatte, wobei deren Ideen meist seinen Lieblingsschriftstellern Radcliff, Lewis, Maturin und Poe entsprungen sein sollen.[vii]  

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Letztendlich wird die gelungene Weitergabe der okkulten Tradition nicht nur an dem späteren Gedankengut Lovecrafts deutlich, sondern auch daran, dass dieser sich selbst, obwohl zu diesem Zeitpunkt erst siebenunddreißig Jahre alt, unverheiratet und kinderlos, oft in seinen Briefen als »Grandpa«[viii] bezeichnete.

Whipple war es auch, der Lovecraft – wahrscheinlich durch die Bücher seiner Bibliothek – bereits mit sechs Jahren für die griechische Sagenwelt begeistern konnte. Die Lektüre dieser Werke und seine Begeisterung als Fünfjähriger für Richard Burtons Übersetzung von Tausendundeine Nacht, brachten ihm bereits damals den Spitznamen »Abdul Alhazred« ein.[ix]

Die Faszination der griechischen Götter und Mythen ging bei dem Jungen so weit, dass er im Alter von acht Jahren, als »begeisterter, klassischer Heide«[x], auf den weiten Feldern Neu-Englands Altäre für Pan und Apollo, Athene und Artemis und Saturn errichtete. Zuweilen wusste er dann, nach seinen eignen Beschreibungen in der kurzen Autobiographie  Anmerkungen zu einer Null, dass die alten Götter die wahren Götter waren, und er sah …

»[…] mit eigenen Augen, allen Zweifeln enthoben, die anmutigen Formen von Dryaden, halb verstrickt mit den Stümpfen uralter Eichen, oder erspähte […] klar und deutlich die flüchtigen  kleinen Faune und die ziegenfüßigen alten Satyrn, die verstohlen aus dem Schatten eines Felsens oder Dickichts in den eines anderen hüpften. Er sah diese Wesen so deutlich, wie er die uralten Eichen und die Felsen und die Haine sah, und er lachte über Ungläubige, denn er war eingeweiht.«[xi]

Seine Großmutter Robbie Phillips setzte schließlich »den letzten Schliff« an seine okkulte Erziehung.

Sie stand in dem kleinen Ort Providence in dem schlechten Ruf, eine »Hexe« zu sein und einem geheimen Coven[4] anzugehören. In jedem Fall schien sie eine liebevolle Frau zu sein, von der der junge Lovecraft sogar einige Monate aufgenommen wurde, während seine Mutter voll und ganz mit dem Leiden ihres Mannes beschäftigt war. Darüber hinaus verfügte sie über ein besonders reichhaltiges naturwissenschaftliches Wissen, das H. P. Lovecraft den Zugang zu den verschiedensten Wissensgebieten ermöglichte. Besonders seine ausgeprägte Leidenschaft für die Astrologie wurde durch sie, oder vielmehr ihre Bücher, geweckt.[xii] Leider starb Robbie Phillips bereits 1896.


I.4.  Lovecrafts  früher  Einzug  in  die  Traumwelt

Der frühe Tod seiner Großmutter hatte zwar die positive Auswirkung, dass sich der Großvater nun einzig auf die Erziehung des kleinen Lovecrafts zu konzentrieren begann, aber andererseits machte der Junge zu dieser Zeit auch seine ersten Erfahrungen mit jenen düsteren Alpträumen, die ihn bis zu seinem Lebensende 1937 verfolgen sollten.

Seine Erlebnisse in diesen Traumwelten nahmen starken Einfluss auf ihn. Eben sie waren es, die ihn – nach seinen eigenen Angaben – mit den seltsam anmutenden Motiven und Ideen versorgten, die er in vielen seiner Geschichten verarbeitete.[5] Die »Inspiration« durch seine Traumerlebnisse ging manchmal so weit, dass Lovecraft schlicht ganze Passagen aus ihnen für seine Erzählungen übernahm.

Über einen seiner schrecklichsten Alpträume, aus dem später die Geschichte  Nyarlathotep  entstand, schreibt er in seiner Korrespondenz mit seinem Brieffreund Clark Ashton Smith:

»Nyarlathotep ist ein Alptraum… Zusätzlich zu meinen üblichen Kränklichkeiten bekam ich Schwierigkeiten mit den Augen, was mich vom Lesen abhielt – dann war da noch ein seltsames Zerren an meinen Nerven und Muskeln, das mich, während der Zeit, da es anhielt, eher noch mehr verwunderte. Mitten in diese Düsterheit kam der Alptraum aller Alpträume – der realistischste und schrecklichste […] – dessen äußerste Schrecklichkeit und geisterhafte Bedrückung ich in meiner Niederschrift nur undeutlich wiedergeben kann…«[xiii]

Lovecraft beschreibt in dieser »Niederschrift«, dass er im Traum in einem Stuhl saß und einen Brief seines Freundes »Loveman« las. In diesem hieß es wörtlich:

»…Versäume es nicht, Nyarlathotep zu sehen, wenn er nach Providence kommt. Er ist schrecklich – schrecklicher als alles, was Du Dir vorstellen kannst…«[xiv]

Im weiteren Verlauf des Traumes erlebte Lovecraft Nyarlathotep als einen »umherziehenden Schausteller und Orator, der die öffentlichen Vortragssäle füllt und mit seinen Reden Angst und Schrecken verbreitet.« Lovecraft folgt schließlich der Aufforderung seines Freundes, Nyarlathotep persönlich zu treffen. Als er zu diesem Zweck aus dem Haus tritt, sieht er jedoch schon Scharen von Menschen, die sich alle in eine bestimmte Richtung hingezogen fühlen und gleich ihm selbst jenen großen, obskuren und unaussprechlichen Nyarlathotep sehen und hören wollen. Es gelingt Howard dann auch, ihn in einer öffentlichen Halle anzutreffen und nachdem er dessen Rede, wie all die anderen Menschen um ihn ebenfalls, zugehört hatte, endet der Traum »im selben Moment, als ich in den schwarzen gähnenden Abyss im Schnee hineingezogen wurde und zusammen mit Schatten, die einmal Menschen waren, in einem Vortex umhergewirbelt wurde…«[xv]

Von solchen Erlebnissen geprägt, zog sich Lovecraft noch weiter in sein Privatleben zurück. Er begann, den Kontakt mit der Öffentlichkeit noch stärker zu meiden als  zuvor, da nun seine Außenseiterposition von seinem fremdartigen Innenleben und der problematischen Verarbeitung seiner beispiellosen Träume noch verstärkt wurde.  

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Seine Tage verliefen von nun an in tiefer Abgeschiedenheit und streng monotonen Zügen.

Es ist direkt erstaunlich, wie wenig Erwähnenswertes es über sein Leben bis zu seinem 31. Geburtstag zu berichten gibt.

Er wohnte weiterhin in Providence, schlief meistens tagsüber, und unternahm nur Nachts Spaziergänge durch die Straßen und zu seinen »heißgeliebten« Friedhöfen in der Umgebung.

Dieser Neigung zum Unheimlichen folgend, begann er auch mehr und mehr Schauer- und Horrorgeschichten zu schreiben.

Und schließlich war dies sogar der Weg, wie es ihm doch noch gelang, wenigstens paar soziale Kontakte zu knüpfen – wenn auch auf rein schriftlicher Basis. Immerhin schaffte er es, einige seiner Erzählungen in den Zeitschriften, der damals weitverbreiteten, Amateurpresse zu veröffentlichen und sich dort als Autor zu profilieren.

Das Geld, das er durch seine Publikationen verdiente, war jedoch wenig und zwang ihn zu einer spartanischen Lebensweise. Dies mag unter anderem daran gelegen haben, dass seinen Geschichten zu dieser Zeit noch jeglicher eigene Charakter oder auch nur einer besonderen Extravaganz zu fehlen schien.

Diese kam in seinem literarischen Schaffen erst Jahre nach dem Tode seiner Mutter auf, denn erst von diesem Zeitpunkt an konnte er damit beginnen, sein »eigenes« Leben zu führen.


I.5.  Lovecrafts  »Reifejahre«  

1921 starb Sarah Phillips Lovecrafts. Zwei Jahre zuvor war sie in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden, auf Grund von »Perioden geistiger und körperlichen Erschöpfung«[xvi]. Sie war ein psychischer Fall geworden, wie ihr Mann 22 Jahre zuvor – nur dauerte ihr Siechtum länger und richtete – in Bezug auf ihren Sohn – bei weitem den größeren Schaden an.[xvii]

Die aus dieser Zeit erhaltenen Berichte geben deutlich Aufschluss über ihre Psyche. Demnach litt sie seit ihrer Kindheit an einem starken Minderwertigkeitskomplex, der sich bei der Geburt von Howard in einen Ödipuskomplex wandelte. Aus diesem entwickelte sich schließlich ein psycho-sexueller Kontakt mit ihrem einzigen Sohn.[xviii] Das Tragische an der Konstatierung dieses geistigen Zustandes ist – was ihr damaliger Psychiater schon erwähnte – dass sich solch ein Ödipuskomplex meist stärker auf das Kind als auf den eigentlichen Patienten auswirkt.

Aus diesem Grund wurden die psychischen Krankheiten seiner Mutter zu einem weiteren Faktor, der auch H. P. Lovecraft beeinflusste. Dies wird nicht nur daran deutlich, dass seine Geschichten fast ausnahmslos »geschlechtslos« sind (so dass ein guter Freund, Winfield Townley Scott, zu der Annahme kam »[…]der Mann [selbst sei] ebenfalls fast geschlechtslos […]«[xix]), sondern auch daran, dass H. P. Lovecraft im wirklichen Leben gegenüber Frauen stets mehr als gehemmt war.

Daher war es merkwürdig genug, als er im Jahre 1924 seine schriftliche Korrespondentin  Sonia H. Greene (später: Davis) heiratete und mit ihr zusammen nach New York zog.

Die Vorurteile seiner Bekannten und die pessimistischen Prophezeiungen seiner Verwandten wurden jedoch bereits fünf Jahre darauf bestätigt, als er sich wieder von ihr scheiden ließ und nach Providence zurückkehrte.  

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1936 schrieb er  in einem Brief an seinen engen Freund und späteren Biographen August Derleth:

»Ich bin sehr für eine harmonische Ehe, aber ich habe etwas Oberflächliches mit einer tiefen Geistesverwandtschaft verwechselt. Kleine Übereinstimmungen wurden nicht, wie erwartet, stärker; noch schrumpften kleine Unterschiede, wie erwartet dahin, vielmehr vollzog sich in beiden Fällen das genaue Gegenteil – zweifellos gefördert von der finanziellen Unsicherheit, die immer der Feind häuslicher Anpassung ist. Unser Trachten und die Vorlieben der Umwelt strebten immer mehr auseinander, bis schließlich – wenn auch ohne wirkliche Schuldzuweisung oder selbst Bitterkeit auf beiden Seiten – das Obergericht des Bezirks Providence Gelegenheit hatte, mit der Scheidung korrigierend einzugreifen, und der alte Gentleman feierlich in seiner dürren zölibatären Würde wieder inthronisiert wurde.«[xx]

So dienten ihm die wenigen Ehejahre eigentlich nur dazu, selbst zu erfahren, dass seine Heimat das kleine Providence und nicht die Metropole New York, und dass sein Platz eben nicht an der Seite einer Frau war. (Denn, wie selbst seine Frau bemerken musste, schienen die einzigen Lebewesen, die er wirklich ins Herz geschlossen hatte, seine Katzen zu sein. So schrieb sie selbst einmal über ihn: »[…] er liebte seine Katzenbrüder mehr als die Menschheit.«[xxi])

Es ist anzunehmen, dass Lovecraft nicht zuletzt aus diesem Grund schließlich zurückkehrte – zu seinem Leben als Einsiedler, das er bis zu seinem Tode pflegen sollte. Aber spätestens ab diesem Zeitpunkt beginnt auch sein, unter den okkulten Aspekten betrachtet, interessantester Lebensabschnitt.


I.6.  Lovecrafts  Leben  hinter  verschlossener  Tür  

»Er zog sich zurück. Tageslicht war zu meiden, die Dunkelheit war sein Revier […]«[xxii]

»Wenn er tagsüber schrieb, sperrte er den Tag mit herabgezogenen Jalousien und elektrischem Licht aus. Im allgemeinen war die Nacht seine Zeit zum Arbeiten und Spazieren gehen. Im Winter wurde er vollends zum Einsiedler […]« [xxiii]

In den Jahren nach 1929 war Howard Phillips Lovecraft vollends zu einem okkulten Forscher und Literaten geworden. Sein Anliegen und seine Interessen waren von so spezieller Natur, dass er immer mehr die Einsamkeit suchte und sowohl Fremde als auch Freunde mied, so gut er konnte. Zu dieser Zeit war Howard bereits nicht mehr zu trennen von seiner geistigen Schöpfung, und in ihr lebte er, wie in einer geschlossenen Welt.

Er hatte sich eine eigene Kosmologie erschaffen, und der Schlüssel zu dem Verständnis dieses ausgefeilten Weltbildes lag in einem – angeblich – von ihm erfundenen Buch des Namens  Necronomicon.  In diesem findet man Berichte von hochentwickelten Lebewesen, die die Erde lange vor der Zeit des Menschen bevölkert haben sollen.

Lovecrafts Erzählungen – die sich weitgehend alle im Rahmen dieser Kosmologie abspielen und in denen er oft Protagonisten aus jenem Verbotenen Buch »zitieren« lässt – berichten weiterhin davon, dass der Mensch wieder Kontakt zu jenen vorweltlichen Wesen aufnehmen könnte, indem er Rituale und Anrufungen sogenannter »Verbotener Namen« durchführe – deren genaue Beschreibung im  Necronomicon  enthalten sein soll.

Howard berichtet, dass ihm die Idee zu einer ganzen, »selbst erschaffenen« Kosmologie erstmals 1919 gekommen war. Damals entdeckte Lovecraft die Geschichten Lord Dunsanys für sich, und erst diese erweckten in ihm angeblich jenen Gedanken an ein selbst erschaffenes Pantheon und eine diesem entsprungene Mythenwelt.[xxiv]

Über die eigentliche, folgende Entstehungsgeschichte seiner Kosmologie (welche er selbst  Yog-Sothotherie  oder auch  Cthulhu-Kult  hieß) lässt er den okkult-interessierten Leser im Dunkeln.

Wie man seinem Werk entnehmen kann, »entwickelte« er eine Fülle von Göttern oder besser: göttlichen Entitäten, die er die  Grossen Alten  nannte. Eigenen Angaben zufolge erfand er diese Wesenheiten, ihre detaillierte Geschichte und ihre fremdartige Namen, wie Cthulhu, Shub-Nigurath, Yuggoth, etc. entweder frei, oder er entnahm sie seinen Alpträumen.  

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Diese Aussage muss jedoch, wie anhand der folgenden Kapitel deutlich wird, stark bezweifelt werden. Denn im Gegensatz zu dieser, seiner eigenen Bemerkung, steht zu vermuten, dass Lovecraft Zugang zu bestimmten, der Öffentlichkeit verborgenen, Quellen hatte, denen er Namen, Fakten und Geschehnisse entnahm, sie durch leichte Veränderungen und Abwandlungen entstellte und schließlich mit viel Gespür für das Unheimliche, zu phantastisch anmutenden Geschichten verwob.

Hier kann man als mögliche okkulte Quelle das Wissen anführen, das er von seinem Großvater erworben hatte, oder aber dessen Bibliothek, die zu diesem Zeitpunkt zumindest teilweise noch in Lovecrafts Besitz gewesen sein muss.

Sicher ist, wie sich zeigen wird, dass Lovecraft Kenntnis von Manuskripten und Textfragmenten hatte, über deren Herkunft er nie ein Wort an die Öffentlichkeit gelangen ließ, deren Existenz er sogar vor seinen besten Freunden geheim hielt, und die auch nach seinem Tod weitgehend sicher verwahrt wurden.

Die Möglichkeit einer anderen (vielleicht aber auch lediglich ergänzenden) Quelle, aus der er sein Wissen hätte beziehen können, findet man in seinen immer wiederkehrenden Alpträumen oder aber in einer geheim gehaltenen Zugehörigkeit zu einem Kreis praktizierender Mitglieder eines Kultes, den er später seinen Geschichten zugrunde legte.


II.1.  Die  Geschehnisse  auf  der  vorweltlichen  Erde 

Wie bereits erwähnt versuchte Lovecraft stets, die Öffentlichkeit wie auch seine Freunde von dem rein fiktiven Ursprung seiner Kosmologie zu überzeugen. Dass das genaue Gegenteil davon der Fall ist, versuchte die Forschungsgruppe »enigma research« vor einigen Jahren aufzudecken. Um jedoch die Trennung von Fakten und Fiktion im Werk Lovecrafts nachvollziehen zu können, ist es notwendig, hier zuerst einen kurzen Überblick über Lovecrafts eigene Kosmologie zu geben.

Die seinem Weltbild zugrunde liegende Idee ist, dass die Erde einst von einer vorweltlichen Rasse bewohnt war, die auf dem Planeten lebte, lang bevor der Mensch erschaffen wurde und die Kontinente die heutige Form angenommen hatten. Der Name, den Lovecraft dieser Rasse sehr allgemein zuschrieb, war:  die Grossen Alten.[6] Die Herkunft oder der Ursprung jener Großen Alten selbst bleibt im Dunkeln. (Lovecraft bezeichnet ihn als extraterrestrisch. Abgesehen davon, kann ihre Herkunft im Verlauf der weiteren Betrachtungen aber vernachlässigt werden, da der Schwerpunkt auf ihrer Kultur und nicht auf deren Ursprung fußt.)   

Diese Wesen, die oft auch als Entitäten beschrieben werden, besiedelten also die leblose und im Entstehen begriffene Erde (sowohl das Festland als auch die damaligen Meere; denn auf Grund ihrer hohen Entwicklung waren sie in mehreren Elementen lebensfähig). Im Laufe vieler Jahrhunderte entwickelten sie sich schließlich zu einer Hochkultur, die in ihrem Ausmaß und ihrer Blüte in keinem Verhältnis zu einer uns bekannten steht.

Es gelang ihnen fremdes Leben zu erschaffen, das sie zu primitiven Formen heranzüchteten, welche ihnen als Sklaven zur Errichtung riesiger Städte dienten.[7] Lovecraft nennt diese frühen Lebensformen  Schoggoten.

Diese entwickelten sich unter der Obhut der Großen Alten weiter (wobei diese all die Formen ausrotteten, die ihnen lästig oder bedrohlich wurden), bis sie schließlich in einem psychischen und physischen Stadium angelangt waren, in dem sie auch zur Lösung intellektueller und somit komplizierter Aufgaben fähig waren.  

Von diesem Zeitpunkt an überlieferten die Großen Alten jenen höher entwickelten Wesen einen religiösen oder auch magischen Kult. Sie ließen sie Rituale und Formen des Gebetes erlernen, die den göttlichen Entitäten zu ihrer eigenen Verehrung und Anrufung dienten.

An dieser Stelle ist es wichtig zu wissen, dass die Gottheiten – und als solche kann man die Großen Alten aus unseren Augen ohne weiteres bezeichnen – aller frühen Kulturen ihre vornehmliche Kraft von ihrer Verehrung durch einen Kult bezogen. Diese »Anrufung« bestand darin, dass die Götter bestimmten Priestern ihre, meist geheimen, »Namen« preisgaben und diese Auserwählten dann Rituale um jene »Namen« konstruierten.

Nach dem damaligen Glauben lag nämlich der Zugang zu einer göttlichen Kraft in ihrem Namen – vergaß man den Namen, hatte man keinen Zugang mehr zu ihr, d.h. die Gebete wurden nicht mehr erhört und man erhielt keine Unterstützung mehr aus »höheren Sphären«.[8]

Schließlich bekamen die Großen Alten aber Konkurrenz von einer anderen hochentwickelten Lebensform[9] und in einem aus Territorialrivalitäten entfachtem Kampf, zwischen diesen beiden Rassen, wurden die Alten schließlich bezwungen.

Da man nun Götter aber nicht töten kann, schloss die Siegerrasse die vorweltlichen Gottheiten in einem Turm ein, der durch magische Zeichen versiegelt wurde und bemühte sich in den niederen Lebensformen die Erinnerung an deren geheime und zugleich kraftvolle Namen auszulöschen.

Somit waren die Großen Alten in einem, dem Tode ähnlichen, Zustand gebannt… und, wie es heißt, schlafen sie seitdem in jenem Turm in der Stadt  R’lyh,  die später im Meer versank, und harren ihrer Wiedererweckung und Befreiung.

Über die weitere Entwicklung der Erde unter der Herrschaft jener Siegerrasse, erfährt der Leser nur Weniges.

Lovecraft berichtet lediglich, dass von diesen der Mensch, ebenfalls für die Sklavenarbeit bestimmt, geschaffen wurde, und dass jene Schoggoten langsam ausstarben – teils auf natürliche Weise, teils durch den gewaltsamen Einfluss der fremden Rasse.

Schließlich zog sich dann auch die Siegerrasse, der Erschaffer des Menschen, zurück – vielleicht in die »Tiefen der Sterne« aus denen sie gekommen sein mögen – und der Mensch blieb, noch weitgehend primitiv aber als physischer Herrscher über die Erde, allein zurück.

Allerdings, und darauf basiert stets der Schrecken in den Geschichten Lovecrafts, war die Bemühung der Siegerrasse, die Erinnerung an die Namen der Großen Alten unter den primitiveren Lebensformen auszulöschen, nicht ganz erfolgreich verlaufen. Denn jener ursprüngliche Kult konnte unbemerkt von den  Schoggoten  an den jungen Menschen überliefert werden, so dass weiterhin geheime Überlieferungen oder sogar Aufzeichnungen existierten, die jene Namen und die entsprechenden Rituale enthielten.

Dem »Schatzmeister des Verborgenen«[10] zufolge überstand jener »Verbotene Kult« und mit ihm die Überlieferung eines verborgenen Pantheons in Form eines Schriftenkodex, der den Namen  Necronomicon  tragen soll, all die Jahrhunderte bis in unsere heutige Zeit hinein – stets gehütet und geschützt von einer kleinen Schar von Eingeweihten.


II.2.  Das  Pantheon  der  Grossen  Alten 

Lovecraft berichtet im Laufe seines Gesamtwerkes von einer Vielzahl von fremdartigen Gottheiten, allerdings ist die Anzahl derer, die eine tragende Rolle im  Cthulhu-Kult  inne haben und dementsprechend ausgearbeiteter sind, sehr klein und überschaubar. Es existieren lediglich sechs Entitäten, die die Gesamtheit der Großen Alten repräsentieren – und die zugleich den aristotelischen Elementen[11] zugeordnet werden können.

Der erste unter ihnen und gleichzeitig auch ihr gemeinsamer Urgrund ist das ursprüngliche Chaos, genannt  AZATHOTH.

Azathoth stellt sich als »die Antithese der Schöpfung«[xxv] dar. Er ist der negative Aspekt des »unbewegten Bewegers«[12], des jüdischen »primum mobile«, das sich jenseits aller Sphären befindet.[xxvi] Astrologisch ist er in dem Symbol des unbezähmbaren Löwen offenbart. Diesem folgt eine der von Lovecraft wohl am häufigsten erwähnten Entitäten: YOG-SOTHOTH.

Yog-Sothoth ist das All-Eine, er ist die Manifestation des Wortes und das Tor, durch das die anderen Götter schreiten müssen, nachdem sie ihrem Urgrund Azathoth entstiegen sind, um in die darunter liegenden Sphären oder Welten zu gelangen. Er wird, wie auch Azathoth, durch das griechische Symbol des Feuers dargestellt.

Ihm entspricht in astrologischer Hinsicht ebenfalls der Löwe, im besonderen allerdings jener Stern, »den die alten Araber „Al Kalb Al Asad“ nennen und den Römern als „Cor Leonis – das Herz des Löwen“ bekannt war und in der Brust des himmlischen Tieres residiert.« [xxvii]

NYARLATHOTHEP  (der bereits in dem Traumerlebnis Lovecrafts erwähnt wurde) steht in der Kosmologie an dritter Stelle. Er ist aber weniger ein weiterer Vertreter der Großen Alten, als vielmehr der Vermittler zwischen ihren verschiedenen Aspekten. Er ist – gleich der Vorstellung des mystischen Äthers – überall in Raum und Zeit und dient den Göttern als Bote oder Diener. Denn er bringt schließlich ihren vereinten Willen aktiv zum Ausdruck; man findet sein Symbol am Firmament in der alles verbindenden Milchstraße.

Die Entität  HASTUR  wurde von Lovecraft in vielen seiner Erzählungen und Romane nur als »Er, der nicht genannt werden darf« umschrieben.[13] Hastur stellt mit Sicherheit die am wenigsten ausgearbeitete Gottheit der vorweltlichen Götter dar. Seine Erwähnung ist aber an dieser Stelle unerlässlich, da das ganze Pantheon nur durch seine Aufnahme eine geschlossene Einheit bilden kann, denn er ist die Stimme der Alten und entspricht dem Symbol der Luft. Von den Astrologen wird ihm das Gestirn des Wassermanns zugeordnet.  

Diesem folgt der Bekannteste der Großen Alten, der dem Kult auch seinen Namen gab:  CTHULHU.

Er ist der schlafende Wächter des Turmes in der Stadt R’lyh, die sich heute noch irgendwo in den Tiefen der Meere befinden soll und in dem die Großen Alten gefangen sind. Obwohl er, wie die anderen auch, sich in einem dem Schlafe gleichen Zustand befindet, ist es ihm – der Überlieferung nach – möglich, Träume in die Köpfe der Menschen auszusenden, die jenen Kunde gibt über die Existenz der Alten Götter.[14]

Cthulhu  repräsentiert das Element »Wasser«, denn er hütet jenen in den Wassern versunkenen Turm und man begegnet ihm auch in den Erzählungen Lovecrafts meist in diesem Element.[xxviii] Weiterhin ist er mit dem Sternbild des Skorpion gleichzusetzen.

Das Pantheon schließt sich mit der Muttergottheit der Großen Alten:  SHUB-NIGGURATH.  Sie ist die manifestierte Macht der vorweltlichen Götter und ihre elementare Natur entspricht der Erde, dem letzten der aristotelischen Elemente.

Nach diesem phantastisch anmutenden Überblick ist es verständlich, dass, bis vor wenigen Jahren, die öffentliche Meinung Lovecrafts Werk einhellig als Fiktion abgetan hat. Durch eingehende Studien gelang es jedoch enigma research, eine Brücke zu schlagen von diesen Vorstellungen zu einer möglichen Realität.


II.3.  Die  etymologische  Namensanalyse  der  Grossen Alten 

Betrachtet man die Namen der Entitäten, so wirken diese allein schon so unaussprechlich und fremdartig, dass man an einer jeglichen Verwandtschaft zu einer historischen Kultur zweifeln will.

Doch genau das ist die Reaktion, die Lovecraft vom Leser erwartete.

So leugnete er doch auch vor seinem Freund W. Paul Cook für Namen wie »Cthulhu« »eine abgeleitete oder phonetische Quelle oder ein System für die Kombination von Buchstaben verwendet zu haben, die dieses Wort und andere bilden.«[xxix]

Im Gegensatz dazu ist allerdings bekannt, dass Lovecraft eine große Vorliebe für phonetische Spielereien hatte.

Fügte er doch teilweise selbst seine Freunde, verdeckt durch eben eine solche lautmalerische Entstellung, in seine Geschichten ein: so wurde aus Clark Ashton (Smith) der atlantische Hohepriester »Klarkash Ton«[xxx], und eines seiner verbotenen Bücher schrieb er einem »Comte d’Erlette« zu – eine Referenz auf seinen Freund (August) Derleth.  Sich selbst ließ er schließlich in einer Erzählung zum sagenumwobenen »Ech Pi El« werden, dessen Name nicht länger »sagenumwoben« bleibt, wenn man ihn mit der englischen Aussprache seiner Initialen H.P.L. vergleicht.

Abgesehen davon offenbart sich Lovecrafts oben zitierte Aussage als der Wahrheit nicht entsprechend, wenn man sie mit den Erkenntnissen des Buches  Urlicht  von W. H. Müller vergleicht. Hier wird die Verbindung zwischen Lovecrafts Yog-Sothotherie und der babylonischen Urmythologie deutlich.[15]

In Müllers Buch endlich wird die Übereinstimmung der Entität Cthulhus mit dem akkadisch-babylonischen Gott KULILI oder KULILU, sowie dem sumerischen Äquivalent KUTULU aufgedeckt.

Analysiert man den Namen etymologisch nach seiner babylonischen Herkunft, so sieht man, dass es sich hier um eine Zusammensetzung aus den drei Silben »Ku(a)-« für »Fisch«, »-tu-« für »Beschwörung« und »-lu -« für »Gottheit« handelt.

Übersetzt man das Wort »KU(A)-TU-LU(M)« nun grammatisch korrekt nach diesen Silben, erhält man die Bedeutung: »Fisch-Beschwörung-Gottheit«, welche genau der Bedeutung Cthulhus entspricht, wie sie von Lovecraft in seiner Kosmologie beschrieben wird.

Das selbe System, der etymologischen Namensanalyse, greift auch bei der Entität  Shub-Niggurath. Nimmt man ihren Namen und analysiert ihn, wird auch hier deutlich, dass er akkadisch-babylonischen Ursprungs ist:

»(S)hub(ur)-« steht in diesem Fall für »Mutter« oder eine »weibliche Gottheit«, »-nig-« für »alles was« oder »was immer«, »-gur-« für »alles Gebärende« und schließlich »-es-« für »seiend«.

Somit erhält man diesmal die Bedeutung: »Mutter von Allem, was Träger(in) oder Gebärend ist«, was die korrekte Übersetzung von jenem Silbenschlüssel »(S)HUB-NIG-GUR-ES« ist.

Vergleichen wir diesen Ausdruck einer fruchtbaren, weiblichen Muttergottheit mit dem Inhalt des akkadisch-babylonischen Weltschöpfungsepos  ENUMA ELIS,  so finden wir dort auf Tafel 1, Zeile 4 den Namen: »Tiamat mu-al-li-da-at gim-ri-su-un«, was übersetzt bedeutet: »Tiamat, die Trägerin von Allem

Tiamat aber ist eine der Ur-Gottheiten in der mesopotamischen Überlieferung. Sie ist die Urform, oder im philosophischen Sinne die Idee, aller Lebensformen, die »gebären«. (Im übertragenen oder abstrakten Sinn ist sie somit das göttliche Prinzip der Fruchtbarkeit, das sich in allem »gebärenden« Leben neu offenbart – also die Erde selbst.) Symbolisch wurde Tiamat in den mesopotamischen Kulturen als »Ziege« dargestellt und verehrt.

Seltsam genug ist es nun, dass Lovecraft selbst in seinem Roman  Der Flüsterer im Dunkeln  einen direkten Bezug zu diesem babylonischen Symbol herstellte. Dort lesen wir in einer, nur teilweise wiedergegebenen Beschwörung der Entität Shub-Niggurath, sie sei die »[…]schwarze Ziege der Wälder mit den tausend Jungen[…]«[xxxi] – wobei jene »tausend Jungen« ein Symbol für den Aspekt ihrer Fruchtbarkeit sind.


II.4.  Die  Verwandtschaft  mit  dem  babylonischen  Weltschöpfungsepos 

Es ist also anzunehmen, dass eine eindeutige Verbindung zwischen Lovecrafts Yog-Sothotherie und dem babylonischen Weltschöpfungsepos Enuma Elis besteht. Es stellt sich nun die Frage, ob man über den Inhalt dieses Epos nicht auch genaueren Aufschluss über die Ereignisse aus der vorweltlichen Welt, von denen Lovecraft berichtet, erhalten kann?

Vergleicht man zu diesem Zweck das Geschehen der beiden Kosmologien, werden auch hier starke Parallelen deutlich. Auf diese Art und Weise ist es möglich, einen umfassenderen Überblick über die mögliche, prähistorische Realität zu geben.

Zu Beginn des Enuma Elis, am Anfang des ersten Äons, liest man von den drei Ur-Gottheiten[16]:  Apsu,  dem Uranfänglichen, von seiner Frau, der Muttergottheit  Tiamat,  sowie von  Mu-Mu,  dem Boten zwischen beiden.

Wie oben bereits angeführt, besteht eine sehr enge Verwandtschaft zwischen jener Trias und Lovecrafts  Azathoth  (oder aber auch seinem »Ko-Regenten«  Yog-Sothoth),  Shub-Niggurath und deren »Boten[17]« [xxxii]  Nyarlathothep.

Im weiteren Verlauf des Weltschöpfungsepos erfährt man, dass aus dieser uranfänglichen Trinität weitere Entitäten hervorgehen. Diese Entwicklung setzt sich über fünf Äonen fort.

Es entstehen im Folgenden also immer mehr Generationen von Gottheiten, die schließlich alle nebeneinander auf der vorzeitlichen Erde existieren – denn, wie bereits erwähnt, können Götter ja nicht sterben. (Die Tafeln lassen es allerdings offen, ob die von ihnen angeführten Namen der Götter jeweils wirklich für eine Entität, oder für eine ganze Rasse stehen.)

Im sechsten Äon kommt es dann zur Rebellion der »Erschaffenen«[xxxiii], das heißt der »Kinder« der Urgottheiten, gegen diese.

Am Ende des siebten Zeitalters richten sich bereits die jungen, siegreichen Götterscharen (unter der Führung ihres Herrschers  Marduk) ihr »Haus«[xxxiv] auf den ehemaligen Höhlen Apsus ein, nachdem sie diesen, sowie Tiamat und Mu-Mu »getötet« haben.

Somit erhalten wir hier einen eindeutigen Hinweis darauf, dass es sich bei jener undeutlich beschriebenen »Siegerrasse« Lovecrafts um die eigene Nachkommenschaft der Ur-Götter handelt.

Das »Töten« dieser ist, wie bereits erwähnt, nur ein Symbol dafür, dass sie gebannt wurden, und nun – in ihrem schlafenden Zustand – keinerlei Wirkung oder Einfluss mehr auf das Geschehen auf der Erde haben. Man findet den Beleg für diese bildliche Ausdrucksweise im fünften Aeon, als es heißt, dass  Ea  (der Vater Marduks und damalige Führer der »Erschaffenen«) dem Boten Mu-Mu die Adern durchschnitt, ihm die Krone vom Haupt nahm, ihn schließlich band und ihm den Schädel zerschlug.[xxxv]

Im sechsten Aeon wird von Mu-Mu allerdings wieder wie von einem Lebendigen gesprochen, und so sprechen sie von ihm als einem »Gefangenen«.

Als ein weiterer Beweis kann auch der Auftrag an Marduk angesehen werden, Tiamat durch seine reine Beschwörung zum Schweigen zu bringen.[xxxvi] Es wird nicht davon gesprochen, dass Marduks Befehl dem Tode Tiamats gilt (so wie er später bei dem eigentlichen Kampf zwischen den beiden erneut bildhaft umschrieben wird).

Er soll die Muttergottheit lediglich »umwenden« (Zeile 260), sie »besiegen« (Zeile 264) und seinen »Fuß auf den Nacken Tiamats setzen« (Zeile 255).

Am Ende des langen siebten Äons ist dann schließlich die Rede von dem jetzigen Zustand der besiegten Götter im Allgemeinen.

Demnach wurden sie lediglich in die Unterwelt[18] geworfen und zu »Toten Göttern[19]«[xxxvii], welche man in »geheimen Kammern[20]«[xxxviii], gefangen hält – wo sie noch immer klagen, ihre Strafe ertragen müssen – und, nach Lovecraft, ihrer Wiedererweckung harren.[xxxix]

Eine weitere Parallele zur Yog-Sothotherie, die man im Enuma Elis findet, ist die Erschaffung des Menschen durch seinen Demiurgen Marduk, der auch hier der »Siegerrasse« über die Ur-Gottheiten entstammt und sogar ihr Führer ist.

Denn dort heißt es in Zeile 715 und 716: »Er [Marduk] war es, der die Last von den Göttern nahm. Und den Menschen erschuf als Einlösung.«

Man liest von den Motiven Marduks sogar noch eindeutiger und unmissverständlicher in Zeile 546: »Und wahrhaftig soll die Last der Götter auf dem Menschen lasten, so dass die Götter ihre Ruhe haben können.«

Es entsteht hier eher das Bild einer »Sklavenzüchtung« als das einer selbstlosen Schöpfung – und genau dies sind ja auch die Worte Lovecrafts oder vielmehr die des verbotenen Schriftkodex Necronomicon über die Erschaffung des Menschen.  

Folgt man der Weltsicht Lovecrafts[21] weiter, so verließen die siegreichen Götter in späteren Äonen die Erde, und die Überlieferung des »Verbotenen Kultes« blieb, von ihnen unbemerkt, bei den Menschen zurück. Unter der steten Obhut einer kleinen Schar von Eingeweihten überstand diese daraufhin die folgenden Jahrtausende weitgehend unverändert – bis sie schließlich von einem verrückten Dichter aus Sanaa in Form eines Schriftkodex festgehalten wurde.


III.1.  Der  Schriftkodex  »Necronomicon« 

»Verfasst von Abdul Alhazred, einem verrückten Dichter aus Sanaa im Yemen, der während der Zeit der Omaijaden-Kaliphen, um 700 n. Chr., wirkte. Er suchte die Ruinen von Babylon und die unterirdischen Geheimnisse von Memphis auf und hielt sich zehn Jahre mutterseelenallein in der großen südarabischen Wüste auf […]. In seinen letzten Lebensjahren ließ sich Alhazred in Damaskus nieder, wo das Necronomicon (Al Azif) geschrieben wurde[…]«[xl]

Der Name Necronomicon setzt sich nach Lovecrafts eigener, jedoch irreführender Aussage aus den griechischen Worten: »necros« für »toter Körper«, »nomos« für »Gesetz» und »icon« für »Bild« (»Symbol«) zusammen. Nach dieser grammatikalisch korrekten Übersetzung ergibt sich der Name: »Bild vom Gesetz des Todes«.

Beachtet man jedoch die daraus folgende schwerwiegende Diskrepanz[22] zwischen dieser Titelerläuterung und der Yog-Sothotherie, deren Lehren der Kodex ja enthalten soll, so wird auch hier deutlich, dass man Lovecrafts eigenen Erläuterungen zu seinem Werk keinen voreiligen Glauben schenken darf.

Übersetzt man den Titel etymologisch unkorrekt, und fasst ihn als eine Mischung aus Griechisch und Latein auf, so erhält man aus den Worten »necro« für »Tod« oder alles, was »tot ist«, »nomen« für »Namen« und »con« als allgemeine griechische Endung von Buchtiteln die passendere Bedeutung: »Buch der Toten Namen«.

Einen Hinweis darauf, dass diese Übersetzung wesentlich eher anzunehmen ist, erhält man in der Erzählung Lovecrafts  Das Fest.  Dort spielt er auf den Umstand an, dass der Übersetzter des Buches, der diesen Namen einführte, kein Gelehrter gewesen sein kann, wenn er schreibt: »…und das Allerschlimmste, das unglaubliche „Necronomicon“ des verrückten Arabers Abdul Alhazred, in Olaus Wormius Küchen-Lateinübersetzung…«[xli]

Dieses Buch ist somit also der eigentliche Schlüssel zu dem »Kult der Toten Namen«, zu diesen selbst und somit zu jener mysteriösen Wiedererweckung der Großen Alten.

Denn nicht nur die Geschichte und die Kultur jener vorweltlichen Rasse soll in ihm beschrieben sein, sondern, wie oben bereits erwähnt, auch die Rituale und Anrufungen.

Könnte man diesen Schriftkodex nun ausfindig machen und seine Historizität nachweisen, so wäre die Authentizität der Yog-Sothotherie nicht nur nachweisbar, sondern man wäre sogar in der Lage – laut der Überlieferung – praktische, magische »Experimente«, zum Nachweis der wirklichen Existenz und noch heutigen Präsenz  jener vorzeitlichen Entitäten (oder vielleicht auch einfach nur: Kräfte) zu unternehmen.


III.2.  Die  verschlungenen  Wege  des  Kodex  durch  die  Jahrhunderte 

Um sich dem Beweis zu nähern – dass der Schriftkodex auch historisch und unabhängig von Lovecraft dokumentiert ist – beginnt man am besten damit die  Geschichte und Chronologie des Necronomicon,  welche Lovecraft selbst verfasste, auf ihren Wahrheitsgehalt hin, zu untersuchen. Denn dort schreibt er:

»Das Werk, sowohl die lateinische wie die griechische Ausgabe, wurde 1232 von Papst Gregor IX. unmittelbar nach der Übersetzung ins Lateinische auf den Index gesetzt, was Aufmerksamkeit auf das Buch lenkte. Schon zur Zeit Wormius ging das arabische Original verloren. […] und von der griechischen Ausgabe – die zwischen 1500 und 1550 in Italien gedruckt wurde – hat man nicht gehört, dass sie irgendwo aufgetaucht wäre, […]«[xlii]

Die Gruppe »enigma research« stellte sich nun dieser Aufgabe, den oben erwähnten Nachweis zu erbringen.[xliii] Im Laufe ihrer langjährigen Forschungen, begannen sie sich, zu diesem Zweck, mit den vom Vatikan erstellten  Indizes der Verbotenen Bücher  zu befassen.

Da allerdings die erste dieser Listen im Jahre 1559 unter Paul IV. publiziert wurde – also erst 327 Jahre nach der Bannung der griechischen und lateinischen Version durch Gregor IX. – musste man sich ganz auf die im 16. Jahrhundert gedruckte Version konzentrieren.

Nach intensiver Recherche gelang es tatsächlich, auf jenen Listen der verbotenen Bücher eine Schrift zu identifizieren, die sich ganz mit dem Hintergrund des Necronomicon deckte.

Auf insgesamt fünf Indizes aus den Jahren 1551 bis 1583[23] fand man den Titel  Interpretatio nominum chaldaeorum  oder auch  Decleratio nominum chaldaeorum[24]  aufgeführt.

Dieser Titel erfüllte nun gleich zwei Kriterien, nach denen gesucht worden war. Erstens war er unter der Rubrik »Incertum auct. Libri prohibiti«[25] aufgelistet. Dies gleicht den Aussagen Lovecrafts insofern, als seinen eigenen Angaben ja zu entnehmen ist, dass der Autor des arabischen Originaltextes anonym geblieben war.[26]

Zum zweiten war der Begriff »Chaldäer« bereits in der spätrömischen Literatur ein Synonym für Magie, Divination und Astrologie – kurz, für die Geheimwissenschaften. Hinzu kommt die weniger bekannte Tatsache, dass Chaldäer wörtlich übersetzt »Babylonier« heißt.[xliv]

Mit dem Titel »Erklärung und Interpretation der verbotenen, babylonischen Namen« ist der Inhalt und die Bedeutung des Necronomicon perfekt umschrieben.[27]


III.3.  Die  Zentren  des  Kultes

Diesem Schriftkodex zufolge sollen sich mehrere Kultzentren auf der Erde erhalten haben, an denen sich die Erinnerung an die Großen Alten in Form von deren gigantischen Städten und Bauten angeblich auch noch viele Jahrhunderte nach deren Verschwinden wiederfinden ließ.

Das Größte unter ihnen soll in einer riesigen, unbekannten Bergkette am Polarkreis der Antarktis gelegen sein.[xlv]

Diese Angabe Lovecrafts scheint jedoch allein seiner Phantasie entsprungen zu sein, denn die Antarktis war schon vor dem ersten Weltkrieg gut genug kartografiert, um die Annahme, von »[…] seinen Bergen, die sich, höher als der Himalaya, nicht auf dem Mond, sondern auf dem antarktischen Kontinent befinden sollen […]«x2i eindeutig zu widerlegen.    

Das zweite Kultzentrum soll eine mystische, zentralasiatische Hochebene sein, die den Namen »Plateau von Leng« trägt. Ob dies nur eine andere Bezeichnung für eine der bekannten Hochebenen im Himalaya ist, oder aber erneut einer reinen Fiktion des Autors entstammt, ist bis heute noch ungeklärt. Sicher dagegen ist, dass der Begriff »Leng« nicht erfunden ist.

Entweder recherchierte Lovecraft an dieser Stelle so gründlich und eingehend, dass ihm die Sprache, der es entstammte, und somit auch die Bedeutung des Wortes bekannt war, oder aber er entnahm den Namen den Aufzeichnungen seiner okkulten Überlieferung. »Leng« kommt aus dem Chinesischen und steht für einen Begriff, den man auf etwas »kegel- oder pyramidenförmiges« beziehen kann.x2ii

Dieser »codierte« Hinweis unterstreicht die – vermeintliche oder wirkliche – Historizität jener vorzeitlichen Kultur. Denn er deckt sich ganz mit den Zitaten Lovecrafts aus dem Necronomicon, die die seltsame Bauweise und Architektur der Städte der Großen Alten stets als überwiegend »kegelförmig« beschreiben.x2iii

Es ist anzunehmen, dass Lovecraft diesen chinesischen Begriff für die Beschreibung eines Plateaus im Himalaya wählte, um die Authentizität seiner Angaben noch dichter zu verschleiern und somit eine logisch stringente Rückverfolgung zusätzlich zu erschweren.

Wir erhalten also Kunde von einer Region im Himalaya in der jener Kult der Toten Namen in heute möglicherweise zerstörten oder aber nur verschütteten Bauten angeblich noch lange weiter lebte.

In diesen unzugänglichen Gebieten Asiens stießen Expeditionen aber auf die Reste der ur-tibetanischen Religion, des  Bön-po.  Und genau dort, in den entlegenen Gegenden des Felsmassivs, das vereinzelt noch von einer schamanistisch geprägten Ur-Gesellschaft Tibets bevölkert wird, verehrt man noch heute eine mit »Tentakeln behaftete Wassergottheit«x2iv, die den Namen »Culha« trägt.

Erinnert man sich an dieser Stelle der etymologischen Übersetzung des von Lovecraft »frei« erfundenen Namens Cthulhu[28], der rein vom Äußeren her schon mit jenem Culha verwandt zu sein scheint, so sieht man sich auch hier mit unerwarteten Parallelen konfrontiert.

Das interessanteste der erwähnten Zentren ist jedoch die sagenumwobene Stadt »Irem«.

In Lovecrafts Geschichtenx2v wird davon gesprochen, dass sich die »Brutstätte« des Kultes in den unzugänglichen Wüsten der arabischen Halbinseln befindet, dort, wo »Irem – die Stadt der Tausend Säulen träumt«.

Seit dieser »Mythos« von Lovecraft »erfunden« wurde, begann sich die Fiktion einer Stadt Irems, tief in den Wüsten Südarabiens mehr und mehr zu einer Art »Troja« der phantastischen Literatur zu entwickeln. 

1992 erging es diesem »Mythos« jedoch nicht anders, als Jahrzehnte zuvor dem des legendären Troja. Denn man fand tatsächlich die Ruinen der Stadt – dort, wo Lovecraft sie vermutet hatte: im omanisch-jemenitischen Grenzgebiet.

Durch die Korrelation von Legenden, Reiseberichten, alten Landkarten und Satellitenphotos gelang es dem englischen Forscher Sir Ranulph Fiennes und dem Archäologen Juris Zarins, die Lage der Stadt auszumachen und schließlich über einen eingestürzten Teil der Oase »es-Schirs« einen Zugang zu den unterirdischen Ruinen zu finden.

Irem[29], das auch das »Ebenbild des Paradieses« genannt wurde, war einst auf einer Kalksteinhöhle erbaut worden. Diese Höhle, deren Inneres von einem Flusssystem durchzogen wurde, brach irgendwann – wahrscheinlich unter dem Gewicht der Säulen und der ständigen Unterspülung durch die Flusswasser – in sich zusammen. Somit hatte der Erdboden die Stadt schlichtweg »verschluckt« und der zurückgebliebene Krater wurde schon bald vom Wüstensand verweht.x2vi

Woher konnte Lovecraft aber all dies gewusst haben, als er in seinen Erzählungen fünfzig Jahre vor diesen Entdeckungen seinen vermeintlichen »Mythos« erschuf? Konnte er von den Legenden um Irem gehört haben?[30]

Diese Annahme ist mehr als abwegig; denn es existierten – bis eben vor fünf Jahren – so gut wie keine historischen Berichte über eine im Sande versunkene Stadt in der arabischen Wüste.[31]

Die einzig zugänglichen Dokumente, die gefunden werden konnten, sind die Berichte eines Beduinen, namens Kahin Kilaba[32], der die Stadt Irem schon zur Zeit der Omaijaden entdeckt und dem Kalifen Mu-awiya[33] davon berichtete.

In diesen schriftlichen Überlieferungen »der arabischen Historiker as-Masudi und al-Tabaris befragte Mu-awiya den Ka`b al-Ahbar, einen weitgereisten hebräischen Gelehrten, zu der entdeckten, rätselhaften Stadt. Ka`b al-Ahbar erklärte diesem daraufhin, dass es sich dabei nur um das legendenumwobene »Irem mit den Säulen« handeln könne, welches erbaut wurde von dem abtrünnigen Stamm der Ad, einem legendären, »riesenhaften Volk«.«x2vii

Aber nicht nur diese Belege, die aus dem Nachweis der historischen Dokumentation des »Verbotenen Buches« oder auch aus der Authentizität einiger der erwähnten Kultzentren hervorgehen, deuten daraufhin, dass der Schriftkodex Necronomicon tatsächlich existiert. Es lässt sich noch eine weitere Stelle in dem Werke Lovecrafts ausfindig machen, die einen Ansatz für okkulte Nachforschungen bietet.


IV.1.  Lovecraft  und  der  Gelehrte  Dr.  John  Dee  

Wie bereits erwähnt, liebte es Lovecraft, Fakten und seine eigenen Phantasien in seinen Erzählungen und Romanen zu vermischen. Die Frage ist, wo genau die Trennlinie in seinem Werk zwischen jenen, meist unbekannten, aber eben doch authentischen Tatsachen und der reinen Fiktion zu ziehen ist.

Wirft man einen Blick auf die Landstriche und Gegenden, vor allem aber die Orte, die in seinen Geschichten erwähnt werden, sieht man sich erneut mit diesem Problem konfrontiert.

Es ist da die Rede von einer Stadt namens »Arkham«, die das fiktive Pendant zu dem »verrufenen« Salem bildet – welche eine der wenigen Städte ist, die der »Einsiedler von Providence« in seinem kurzen Leben selbst besichtigen konnte. Weiterhin liest man von »Kingsport«, das sich auf den Ort Marblehead bezieht, oder dem verfallenen »Innsmouth«, das der Region nördlich von Boston entspricht.x2viii


IV.2.  Dr.  Dee  und  die  Stadt  Dunwich 

Lovecraft erwähnt jedoch einen Ortsnamen, der keine reale, geographisch festlegbare Entsprechung haben soll. Er spricht hierbei von der Stadt »Dunwich«.

Zu dieser Lokalität machte er zwar eine eindeutige, jedoch nicht der Wahrheit entsprechende Aussage: »[…] es gibt kein »Dunwich« – der Ort ist eine vage Korrespondenz zu der dekadenten Region um Springfield – sagen wir bei Wilbraham, Monson und Hampden – in Massachusetts.“x2ix

Die Stadt Dunwich existiert jedoch. Sie ist heute zwar nur noch eine kleine Stadt an der Ostküste Englands, spielte aber in den frühen Jahrhunderten eine dominante Rolle als englische Hafenstadt.[34]

Warum aber führt Lovecraft drei richtige Entsprechungen in seiner Korrespondenz an, um dann bei der letzten die Wahrheit durch – augenscheinlich – relativ exakte Angaben zu verschleiern?

Untersucht man zur Klärung dieser widersprüchlichen Tatsachen Lovecrafts Geschichte »Das Grauen von Dunwich«, so bemerkt man, dass er einzig und allein in dieser Erzählung die Verbindung des Necronomicon mit dem Gelehrten und Magier John Dee erwähnt. In dieser Erzählung wiederum erfolgt nur an einer einzigen Stelle ein Hinweis auf »die unschätzbare, aber nicht vollständige Ausgabe von Dr. John Dees englischer Version[…]«x3ijenes Verbotenen Buches.

An dieser, auf den ersten Blick unscheinbaren Stelle im Gesamtwerk Lovecrafts, bietet der Autor dem forschenden Leser einen Zugang zu der okkulten Wirklichkeit seiner angeblich fiktiven Erzählungen.

Denn, wie sich herausstellen wird, ist nicht nur die Stadt Dunwich real, sondern alles deutet darauf hin, dass auch die fragmentarisch angefertigte Übersetzung des Necronomicon durch den Gelehrten John Dee, der nicht nur eine historische, sondern auch eine herausragende Figur des 16. Jahrhunderts gewesen ist[35], wirklich existiert.

Der erste Hinweis auf die authentische Verbindung von Dr. Dee und dem Ort Dunwich wurde in den siebziger Jahren in der British Library entdeckt.

Dort fand man einen Brief aus dem Jahre 1573, der von einem unbekannten Gelehrten und Antiquitätenhändlers an Dee geschickt wurde. In diesem Schriftstück ist die Rede »von der Bedeutung des Ortes Dunwich in vergangenen Zeiten«x3ii und davon, dass schon in diesen große Teile der Küstenstadt vom Meer überflutet wurden. Der eigentliche Inhalt des Briefes bezieht sich jedoch darauf, dass er Dr. Dee davon informiert, dass nach dem Abriss einer Kirche in Dunwich merkwürdige archäologische Funde zu Tage traten – darunter ein großer Stein, der die Form eines ausgewachsenen Menschen hatte, und in dessen Innern sich ein sonderbar gekleideter Mann befand.

Einem zweiten, ebenfalls erst später entdecktem Dokument ist zu entnehmen, dass Dr. Dee bereits im darauffolgenden Jahre 1574 eigene groß angelegte, archäologische Exkursionen in die Gegend von Chester und Wales unternahm.

Jedoch ist bis heute noch ungeklärt, was genau das gesteigerte Interesse Dees an alten Kultstätten ausgelöst hat – denn er berichtet über seine diesbezüglichen Aktivitäten in keinem seiner eigenen Briefe (zumindest nicht in denen, die man gefunden hat) und auch nicht in seinen zeitlebens ausführlich geführten Tagebüchern.

Allerdings findet man in diesen den zweiten Hinweis auf die Authentizität der Aussage Lovecrafts – nämlich denjenigen auf die fragmentarische Übersetzung John Dees der Verbotenen Überlieferung.


IV.3.  Das  Arabische  Buch  des  Dr.  Dee  und  der  Necronomicon – Kodex   

Die Brisanz und die hohe Geheimstufe der Dr. Dees »Arabisches Buch« unterlag, wird schon daran deutlich, dass er sich nur in den äußerst privaten Aufzeichnungen seiner Tagebücher traute von diesem zu berichten.

Das »Arabische Buch« war ein von ihm übersetztes Manuskript, auf das er in den achtziger Jahren des 16. Jahrhunderts gestoßen war. Die Abschrift war für ihn von so ungeheurer Wichtigkeit, dass er sie stets – so weit wie möglich – vor den Augen der Öffentlichkeit hütete und auch in keiner der detaillierten Bücher – oder Manuskriptlisten seiner Bibliothek aufführen ließ.[36]

Die wenigen Einträge Dees über sein »Arabik Book« wurden von ihm aus diesem Grund wohlweislich sehr kurz und pauschal gehalten.

Jedoch erhält der Leser Aufschluss darüber, dass genau dieses wertvolle Buch – zusammen mit ein paar anderen Werken über Dämonologie – eine Zeit lang »verschwunden« gewesen sein muss. Dr. Dee versuchte anderthalb Jahre lang die Schrift von unten genannten Personen wiederzubekommen. So liest man in seinem Tagebuch am 4. April 1594: »Mr. Thomas Wye kam mit einem Zeichen von Mistres Ashley zu mir. Kehre zu Mr. Harding und Mr. Abbot wegen meines »Arabischen Buches« nach Oxford zurück.«  Später – am 20 Oktober 1595 – findet man erneut einen diesbezüglichen Eintrag: »Richard fuhr wegen meines »Arabischen Buches« nach Oxford.«

Am 19. November des selben Jahres ist es schließlich in seinen Besitz zurückgekehrt und ihm scheint ein Stein vom Herzen zu fallen, wenn er schreibt: »Mein Arabisches Buch mit Gottes Hilfe wieder bei mir.« x3iii

Es ist, wie man sehen wird, mehr als nur anzunehmen, dass Dee das ursprüngliche Manuskript seines »Arabischen Buches« 1584, also elf Jahre zuvor, während seines ersten Besuches am Hofe Kaiser Rudolf II.[37] entdeckt hatte; denn kurz nach diesem Aufenthalt in Prag wird es erstmals von ihm erwähnt.

Man muss wissen, dass man in der damals verrufenen Bibliothek des Kaisers die seltensten magischen Werke der verschiedensten Mythologien und Sprachen finden konnte, deren Großteil Rudolf II. selbst aus allen Teilen der Erde zusammengetragen hatte.x3iv

Rudolf wurde in Spanien aufgezogen und dort war es auch, wo seine Liebe zu den okkulten Wissenschaften erwachte. Spanien selbst war zur Zeit der Erscheinung des »Verbotenen Buches« in der Hand der Omaijaden-Kalifen, die aus Damaskus kamen.

Unter der späteren Herrschaft der Mauren »gediehen Handel, Gewerbe und Wissenschaften, und vor allem auch die Geheimwissenschaften Alchemie und Magie verbreiteten sich zunehmend.«x3vi Auch wenn das Reich der Kalifen rasch zerfiel, blieb doch ihr kultureller Einfluss gerade in den Geisteswissenschaften noch bis in das 15. Jahrhundert hinein erhalten.

Es ist anzunehmen – auch wenn es heute noch unmöglich scheint, herauszufinden, wie nun das Necronomicon über all die Jahrhunderte von Hand zu Hand weitergereicht wurde – dass Kaiser Rudolf während seiner okkulten Studien in Spanien auf eine Kopie des Kodex gestoßen war und diese – oder auch »nur« eine Abschrift davon – später bei seiner Rückkehr nach Prag mitgenommen hatte.[38]

Diese Annahme wurde erst vor kurzem zu einer mehr als verblüffenden Tatsache, als es nachzuweisen gelang, dass das Necronomicon zwar real existiert, aber nicht das Werk einer einzelnen, anonymen Person ist, »[…] sondern eine Kompilation von magischen Materialien aus Akkad, Babylon, Persien und Israel, und wurde wahrscheinlich von Alkindi (Ya’kub ibn Ishak ibn Sabbah al-Kindi, der etwa um das Jahr 850 n. Chr. starb) zusammengestellt.“x3vii

Eine Kopie von dieser »Großen Kompilation«[39] Alkindis fand man von dem Bibliothekar Kaiser Rudolf II. in einer Bücherliste katalogisiert.

Somit findet man an dieser Stelle das fehlende Bindeglied zwischen der erstmaligen Erwähnung des Necronomicon um das Jahr 700 n. Chr. in Damaskus und seinem fast 900 Jahre späteren Erscheinen in der Prager Bibliothek des »Teufelszauberers«x3v.

Aus dem Vorangegangenen ergibt sich somit, dass Dr. John Dee – während der vielen Tage, die er in der Bibliothek des Kaisers verbrachte – mit der arabischen Schrift des Necronomicon-Kodex in Berührung gekommen ist und sich darüber eigene Aufzeichnungen oder Abschriften machte, die er schließlich sein »Arabisches Buch« nannte.[40]


C.  Der  mögliche  Ursprung  des  verborgenen  Wissen  Lovecrafts 

Aber woher konnte Lovecraft all dies gewusst haben? Und wieso hatte er sein verborgenes Wissen vor der ganzen Welt geheim halten wollen – und legte doch Spuren zur Wahrheit in seinen Veröffentlichungen?

Beschränkt man sich letztendlich auf die rein logisch nachvollziehbaren Tatsachen, so bleibt nur eine Erklärungsmöglichkeit: Lovecraft müsste Mitglied eines streng geheimen Ordens oder Kultes gewesen sein und hätte diesem so sein Wissens entnehmen können, das er nur in seinen Geschichten – stets durch Fiktionen verschleiert – preisgab.[41]

Aus diesem Grund konnte er so detaillierte Angaben über die Großen Alten, jenen verborgenen »Kult der Toten Namen«, als auch über dessen Entstehungsgeschichte und dessen verschlungene Wege durch die Jahrhunderte machen – ohne Bedenken haben zu  müssen entdeckt zu werden; denn seine vermeintliche Identität als einsiedlerischer Amateurschriftsteller war ihm – aus dieser Sicht – zeitlebens das perfekte Versteck vor den Augen der Öffentlichkeit.

Schenkt man allerdings den eigenen Angaben Lovecrafts mehr Glauben, so findet man noch eine zweite Möglichkeit, die erklärt, wie er von Dingen berichten konnte, die – beinahe vollkommen undokumentiert – Jahrhunderte vor seiner Geburt geschahen und deren Existenz erst Jahrzehnte nach seinem Tode nachgewiesen werden konnte.

In diesem Fall wären seine seltsamen Träume der Schlüssel zur Kosmologie.

Denn nach Lovecrafts Aussagen waren es diese, die ihn zu einem großen Teil mit den unbekannten Fakten versorgten[42], die er in seinen Geschichten anschließend verarbeitete.

Somit wäre Lovecraft nicht ein Adept, ein Eingeweihter eines verborgenen Kultes, gewesen, sondern nur ein Werkzeug, ein blindes Sprachrohr, dessen, ihm selbst unbekannte »Aufgabe« es gewesen ist, seine Traumbotschaften der Öffentlichkeit – wenn auch im Mantel des Fiktiven – zugänglich zu machen.

Diese Möglichkeit mag dem Leser sowohl deshalb unwahrscheinlich erscheinen, weil der »Einsiedler von Providence« dafür, wie man gesehen hat, vielleicht von zu vielen authentischen Tatsachen berichtete. Man mag sie aber auch deshalb als »unrealistisch« abtun wollen, weil sie schlicht das heute geläufige Weltbild in Frage stellt. Denn: wenn Lovecraft ein »Sprachrohr« war – was oder wer war es dann, der durch ihn gesprochen hat?

Drückt man die Antwort zeitgemäß und psychologisch aus, so war es wohl ein weitgehend unbekannter Teil des kollektiven Unbewussten, dem seine fremdartigen Träume entsprangen.

Spricht man jedoch in der Sprache Lovecrafts und seines geistigen Erbes, dem Necronomicon, so lautet die Antwort: In den fremdartigen und verstörenden »Berichten« des Eremiten, lesen wir von den Worten Cthulhus selbst, der in die Träume des »Grandpa« eingedrungen war, um ihm von der Existenz der Großen Alten zu berichten. So formte der verrückte »Alhazred« also ein Gemisch aus Träumen und Wahrheit, aus Wissen und Sehnsucht, aus Ahnungen und Ängsten, und schrieb zuletzt:

»Die untersten Höhlen sollen nicht mit Augen, die da sehen, ergründet werden, denn ihre Wunder sind seltsam und schrecklich. Verflucht der Boden, auf dem tote Gedanken wieder neu in seltsamen Verkörperungen leben, und übel ist der Geist, der nicht in einem Kopfe wohnt.«x3viii

verfasst von »Camaysar«

editiert von Agrippa


D.1. Quellen

[1]Dieser Abschnitt aus der Erzählung Lovecrafts »Das Ding auf der Schwelle« könnte ohne weiteres ein Zitat aus seiner Autobiographie sein – wie es sein Freund W. Paul Cook schon kurz nach dem Erscheinen dieser Geschichte bemerkte.

[2] Neben seinem Großvater Whipple van Buren Phillips, auf den an späterer Stelle noch genauer eingegangen werden soll.

[3] »Die geistigen Symptome treten in verschiedenen Erscheinungsformen auf: als (1) einfache Dementia, der häufigste Typus, begleitet vom Verfall des Verstandes, des Gefühls und des Sozialverhaltens; (2) in paranoider Form, mit Verfolgungswahn; (3) in überschwänglicher oder manischer Form, oft verbunden mit absurden nihilistischen Wahnvorstellungen. Ungeachtet der Form, in der sie auftritt, zeigen die intellektuellen Funktionen eine zunehmende Beeinträchtigung, es kommt zu immer stärkeren Verlust des Erinnerungsvermögens, zu Halluzinationen, Desorientierung (besonders im Zeitgefühl), Vernachlässigung des persönlichen Aussehens und der persönlichen Hygiene, Reizbarkeit und Ruhelosigkeit, alkoholischen Exzessen und sexuellem Fehlverhalten.«

[4] Coven ist die Bezeichnung für eine kleine Gruppe von Hexen (Hexenzirkel, -orden).

[5] Dies wird auch daran deutlich, dass sich Lovecraft fast gleichzeitig mit dem Beginn seiner Alpträume »schriftstellerisch« zu betätigen begann. Seine ersten Kurzgeschichten schrieb er somit bereits im Alter von sieben Jahren.

[6] Vergleiche hierzu die Idee der Titanen aus der griechischen Mythologie.

[7] Siehe hierzu auch III.1. »Die Zentren des Kultes«

[8] Diese Glaubensvorstellung findet man heute noch nicht nur in den Überlieferungen der Babylonier, sondern auch im Judentum. Auch hier gibt es einen solchen »Göttlichen Namen«, das Heilige Tetragramm(aton), das einzig von den höchsten Priestern ausgesprochen werden darf und das Zentrum des jüdischen Rituals bildet. 

[9] In seinem Roman »Berge des Wahnsinns« spricht Lovecraft von dieser zweiten vorzeitlichen Rasse als »halb pilzartige, halb krebsartige Wesen – Wesen, die zweifellos mit jenen identisch waren, die in gewissen Flüsterlegenden des Nordens auftreten und an die man sich im Himalaya als die sog. »Mi-Go« oder abscheulichen Schneemenschen erinnert.« Er hüllt sich aber ansonsten über die Herkunft oder die Kultur jener fremdartiger Lebensformen in Schweigen.

[10] Ein Synonym für H. P. Lovecraft, das die Gruppe enigma research prägte.

[11] Diese sind Feuer (2x), Wasser, Luft und Erde, sowie der weniger bekannte Äther.

[12] Dieser Aspekt oder vielmehr: diese Beschreibung Azathoths erinnert stark an den christlichen Gott, der sich jenseits aller Bewegung, jenseits von Zeit und Raum befindet, so wie er von Thomas von Aquin in seinen Gottesbeweisen definiert wurde. (siehe hierzu auch »dtv-Atlas zur Philosophie« Seite 83)

[13] An dieser Stelle ist es notwendig auf die mystische Tradition der Juden, die Kabbala (Quabbalah), zu verweisen. In dieser liest man von den zehn heiligen Namen Gottes. Schlägt man nun die Brücke von den Entitäten Lovecrafts zu diesen zehn Aspekten des jüdischen Gottes, die sich in jeweils in einem anderen Namen offenbaren, so wird die Parallele zwischen diesen beiden deutlich. Denn der zweite jüdische Name IAH ist ebenfalls Symbol der Offenbarung des Wortes (wie auch YOG-SOTHOTH) und der dritte von ihnen ist das, oben bereits erwähnte, Tetragrammaton IHVH, dessen Aussprache dem Uneingeweihten verboten ist – entsprechend der Entität HASTUR, »der nicht genannt werden darf«.

[14] Vielleicht hat Lovecraft in der »Erschaffung« dieser Entität nur seine verstörenden Traumerlebnisse bewältigen wollen – folgt man der schlüssigen Argumentation enigma researchs, ist diese allerdings erst die wirkliche Ursache für Lovecrafts fremdartiges Traumleben.

[15] Die folgenden etymologischen Namenanalysen können in dem Buch Urlicht der Gruppe enigma research noch genauer studiert werden. Ich beziehe mich im Folgenden auf diese Angaben und Übersetzungen.

[16] Die Vorstellung einer uranfänglichen Trinität ist auch in anderen Kulturen weit verbreitet gewesen; selbst heute findet man sie noch lebendig erhalten in dem Göttergestirn der Hindus aus Brahma, Shiva und Vishnu oder dem drei-einigen Gott der Christen.

[17] Dem wissenden Leser enthüllt Lovecraft hier die Identität seiner Entität »Nyarlathothep« mit der babylonischen Ur-Gottheit Mu-Mu, wenn er dessen Namen durch »Bote« ersetzt. Denn genau mit diesem Begriff wird Mu-Mu ja auf den Tafeln des Enuma Elis bezeichnet.

[18] Auch Lovecrafts Entitäten schlafen in einer »Unterwelt«, nämlich in dem Turm der Stadt R’lyh – der sich seit seinem Sturz in die Wasser unter deren Oberfläche, wo sich einem jeden Taucher ebenfalls eine vollkommen andere Welt auftut.

[19] Das heißt sie waren nicht »tot« im körperlichen Sinne, sondern es veränderte sich nur ihr Zustand von einem lebendigen, also wirksamen und aktiven, zu einem toten, also schlafenden und passiven, Gott.

[20] In der Yog-Sothotherie entspricht diesen »Kammern«, der oben erwähnte Turm in der, im Meer versunkenen, Stadt R’lyh, über den Cthulhu träumend wacht.

[21] Denn über die weitere Entwicklung des Menschen und den Verbleib der Götter gibt das Enuma Elis leider keinen Aufschluss mehr.

[22] »Das Necronomicon beschreibt nicht ein „Gesetz des Todes“, sondern handelt von einer toten Götterrasse, d.h. von »Toten Namen«.« (LOVECRAFT – »Schatzmeister des Verbotenen« Seite 67)

[23] Die ausführlichen Namen der Indexen sind folgende:

                a, Der Index des spanischen General-Inquisitors Valdes, 1551
                b, Der Index von Paul IV., 1559
                c, Der Index von Valdes, 1559
                d, Der sogenannte »Trienter« Index von Pius IV.
                e, Der Index des spanischen General-Inquisitors Gasparis Quiroga, 1583
                (siehe hierzu auch »LOVECRAFT – Schatzmeister des Verbotenen« Seite 68/69)

[24] Übersetzung aus dem Lateinischen: »Auslegung oder Erklärung der Chaldäischen Namen«

[25] Übersetzung aus dem Lateinischen: »Unbekannte Autoren verbotener Bücher«

[26] Es ist wichtig an dieser Stelle daran zu erinnern, dass der Name »Abdul Alhazred« seit frühester Kindheit Lovecrafts eigener Spitzname war, den ihm seine begeisterte Lektüre von »Tausendundeiner Nacht« einbrachte.

[27] Die Verfahrensweise des Vatikans, Buchtitel aufzulisten, schloss die Möglichkeit aus den eigentlichen Namen »Necronomicon« in einer der Indizes zu entdecken. Die Buchtitel und auch die Autorennamen erschienen auf den Listen jeweils so gekürzt oder entstellt, dass diese nur mit einem bestimmten Schatz an Hintergrundinformationen zum Buch selbst wiedergefunden werden konnten. (Siehe hierzu auch »LOVECRAFT – Schatzmeister des Verbotenen« Seite 66/67)

[28] Wie oben bereits hergeleitet, lautete diese »Fisch – Beschwörung – Gottheit«.

[29] Im Arabischen auch »Iram« genannt.

[30] Lovecraft hat sein ganzes Leben über niemals den Nordamerikanischen Kontinent verlassen (lediglich sein Großvater unternahm zwei Reisen nach Europa)

[31] Genau dieser Umstand war es ja nicht zuletzt, der es den Forschern so erschwerte, die  Existenz, geschweige denn die Lage, Irems überhaupt erst einmal nachzuweisen.

[32] Als diesen identifizierte W. H. Müller den vermeintliche Verfasser des Necronomicon »Abdul Alhazred«. Womit sich die Frage nach der ursprünglichen Autorenschaft des Kodex beantworten lassen würde. (Auch hieran erkennt man die Seltenheit jener historischen Berichte über jenen »Kahin Kilaba« – denn schließlich waren diese selbst der Inquisition, die wesentlich tiefer in die Materie eingedrungen sein musste, unbekannt; da sie das Necronomicon in ihren Listen ja als Buch mit anonymen Autor führt.)

[33] Jener Kalif Mu-awiya soll der erste Vertreter der historischen Dynastie der Omaijaden gewesen sein. Seine Regentschaft hat von 661 bis 680 n. Chr. gedauert, und somit waren es seine Nachfolger, die mit ihren Heeren bis nach Spanien vordrangen.

[34] »Dunwich war der erste Ort in East Anglia, in dem sich das Christentum niederließ. Der aus Burgund stammende Heilige Felix war als Missionar wahrscheinlich auch Bischof von Dunwich. Dieser krönte im frühen Mittelalter einen gewissen Sigbert, Halbbruder von Eorpwald, Sohn von Rendlesham, König von East Anglia. Im Jahre 630 errichtete dieser seinen Palast in Dunwich. In der Folgezeit erbauten die sich in East Anglia niederlassenden Christen mehrere Kirchen.« (Müller: »Schatzmeister« Seite 63)

[35] John Dee wurde am 13. Juli 1524 in London geboren. Nachdem er seinen Magister bereits mit 24 Jahren erlangt hatte, wandte er sich dem weiten Feld der »mystischen Wissenschaften« zu und begann neben Mathematik und den Geschichtswissenschaften auch Alchemie, die sogenannte natürliche Magie, mit großem, aber vor allem aufsehenerregendem Erfolg, zu studieren. Schließlich wurde er zum persönlichen Hofastrologen der Königin Elizabeths I. ernannt. Somit war ihm ein regelmäßiges Einkommen (bis zu Ihrem Tode) gesichert, das ihn mit den nötigen Geldern versorgte, die er zeitlebens für seine okkulten Forschungen benötigte. Im Jahre 1575 war seine Bibliothek dann, durch den ständigen und unerlässlichen Ankauf neuer und alter Werke über die weitgehend »geheimen« Wissenschaften – zu einer der größten Englands angewachsen. Wie man seinen, bis heute erhaltenen, äußerst akribisch geführten Buchlisten entnehmen kann, umfasste sie insgesamt 4.ooo Bände, so wie Hunderte von Manuskripten und wichtige Urkunden; so dass selbst die königlichen Herolde des Towers ständig bei ihm zu arbeiten gezwungen waren. Bereits Jahre zuvor hatte Dr. Dee in seinem Wohnsitz in Mortlake begonnen, mit Hilfe verschiedener – meist jedoch kristallomantischer – Anrufungen sogenannte »Engel« zu beschwören. Allerdings erregten die von ihm dabei erzielten Ergebnisse solch ein Aufsehen unter der Bevölkerung und auch am Hofe, dass selbst Königin Elizabeth ihrem Schützling nicht länger unbehelligt Zuflucht gewähren konnte, und er zur Flucht auf den Kontinent gezwungen war. Von nun an besuchte er, zusammen mit seinem Medium Edward Kelley, viele verschiedene Höfe Europas und führte vielen Herrschern die Anrufung der Engel vor, in der steten Hoffnung sie davon überzeugen zu können, dass er kein Schwarzkünstler sei und »seine« Engel die Boten Gottes.

[36] Es existieren sogar Listen von den Büchern, die er sich nur auslieh – aber nirgends erwähnt er sein Arabisches Buch, das somit wohl der höchsten Geheimstufe unterlag.

[37] Rudolf II., Sohn Maximilians II., war deutscher Kaiser und lebte von 1576-1612. Karl Kiesewetter schrieb über ihn: »Die Geheimwissenschaften und künstlerischen Neigungen füllten seinen Sinn aus. Von allen Geschäften und jedem Verkehr zurückgezogen, hauste er im Hradschin mit Alchymisten, Magiern, Astrologen, […].« (Kiesewetter: »John Dee« Seite 49)

[38] Vergleiche hierzu: »[…] sowie die Tatsache, dass vieles von Rudolfs literarischen Besitztümern aus Spanien stammte und somit eine direkte Verbindung zum arabischen Okkultismus nachzuweisen ist.« (Müller: »Schatzmeister« Seite 67)

[39] Der originale, arabische Titel lautet »Kitab ma’ani al-nafs« (George Hauy [Hrsg.] »Das Buch der Toten Namen« Seite 65)

[40] Dees »Arabisches Buch« verschwand spurlos nach seinem Tode 1608.

[41] Es bleibt an dieser Stelle jedoch die Frage offen, wieso Lovecraft somit das einzige Mitglied des »Kultes« gewesen wäre, das sein Wissen der Öffentlichkeit preisgab, denn auch die anderen hätten Erzählungen oder sogar Studien über ihr »geheimes« Wissen veröffentlichen können.

[42] Vergleiche hierzu seinen oben angeführten Nyarlathothep-Traum – in »I.4.«


[i]  Lovecraft: »Das Ding auf der Schwelle« Seite 6

[ii] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 43

[iii] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence«, Seite 184

[iv] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 148

[v] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 14

[vi] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 148

[vii] Müller: »LOVECRAFT – Schatzmeister des Verbotenen« Seite 29

[viii] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 34

[ix] Müller: »LOVECRAFT – Schatzmeister des Verbotenen« Seite 14

[x]  Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 252

[xi] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 252

[xii] Müller: »LOVECRAFT – Schatzmeister des Verbotenen« Seite 30

[xiii] SL, Vol.1, Brief Nr.123, Arkham House, 1965, zitiert nach Müller »LOVECRAFT- Schatzmeister des Verbotenen«

[xiv] SL, Vol.1, Brief Nr.123, Arkham House, 1965, zitiert nach Müller »LOVECRAFT- Schatzmeister des Verbotenen«

[xv] Müller: »LOVECRAFT – Schatzmeister des Verborgenen« Seite 32

[xvi] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 21

[xvii] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 31

[xviii] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 53

[xix]  Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 34

[xx]  Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 25

[xxi] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 149

[xxii] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 34

[xxiii] Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 29

[xxiv] Kirde: »Azathoth« Seite 247

[xxv]  Müller: »Das Buch der Toten Namen« Seite 94

[xxvi]  Papus: »Die Kabbala« Seite 70

[xxvii]  Müller: »Das Buch der Toten Namen« Seite 94

[xxviii] Siehe hierzu zum Beispiel Lovecraft »Cthulhus Ruf« auf Deutsch erschienen in demBand »Cthulhu  – Geistergeschichten«

[xxix]  Rottensteiner: »Der Einsiedler von Providence« Seite 136

[xxx]  Lovecraft: »Der Flüsterer im Dunkeln« Seite 93

[xxxi]  Lovecraft: »Der Flüsterer im Dunkeln« Seite 42

[xxxii] Lovecraft: »Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath«, auf Deutsch erschienenin dem Band Kirde: »Die Katzen von Ulthar«, Seite 35

[xxxiii]  Enuma Elis: Zeile 21 zitiert nach Müller: »Urlicht«

[xxxiv]  Enuma Elis: Zeile 74 zitiert nach Müller: »Urlicht«

[xxxv]  Enuma Elis: Zeile 69, 72 zitiert nach Müller: »Urlicht«

[xxxvi]  Enuma Elis: Zeile 257 zitiert nach Müller: »Urlicht«

[xxxvii] Enuma Elis: Zeile 409 zitiert nach Müller: »Urlicht«

[xxxviii]  Enuma Elis: Zeile 404 zitiert nach Müller: »Urlicht«

[xxxix]   Enuma Elis: Zeile 404, 405 zitiert nach Müller: »Urlicht«

[xl]  Lovecraft: »Chronologie und Geschichte des Necronomicon« auf Deutsch erschienenin dem Band Kirde: »Azathoth«, Seite 298    

[xli]  Lovecraft: »Das Fest« auf Deutsch erschienen in Lovecraft: »Stadt ohne Namen« Seite 49

[xlii] Kirde: »Azathoth«, Seite 298

[xliii]LOVECRAFT: »Schatzmeister des Verbotenen« (Kapitel ‘3.Die Spur ins Dunkel’, Seite 65-77)

[xliv]Neville Dury: »Lexikon des esoterischen Wissens«, Seite 107

[xlv]Lovecraft: »Berge des Wahnsinns«

x2iEin Brief von Dr. Stanislaus Hinterstoisser, erschienen in Hay: »Das Buch der Toten Namen«

x2iiMüller: »Urlicht« (Kapitel 5. Seit ferner Zeit, – Jenseits der Mythen)

x2iiiLovecraft: »Die Berge des Wahnsinns« Seite 126

x2ivMüller: »Urlicht«, Seite 185

x2v»Cthulhus Ruf«, auf Deutsch erschienen in Lovecraft: »Cthulhu – Geistergeschichten« oder auch Lovecraft »Durch die Tore des Silberschlüssels« auf Deutsch erschienen in Kirde: »Die Katzen von Ulthar«

x2viMüller: »Urlicht« (Kapitel 5. Seit ferner Zeit, – Die verborgene Ordnung)

x2viiMüller: »Urlicht« Seite 156/157

x2viiiSL, Vol.3, Brief Nr. 508, zitiert nach Müller: »LOVECRAFT – Schatzmeister des Verbotenen«

x2ixSL, Vol.3, Brief Nr. 508, zitiert nach Müller: »LOVECRAFT – Schatzmeister des Verbotenen«

x3iLovecraft: »Das Grauen von Dunwich«, zitiert nach Lovecraft: »Cthulhu –Geistergeschichten« Seite 147

x3iiMüller: »LOVECRAFT – Schatzmeister des Verbotenen« Seite 60

x3iiiDr. Dee’s Diary: zitiert nach Müller: »Schatzmeister…« Seite 56

x3ivMüller: »Schatzmeister…« Seite 53

x3viMüller: »Schatzmeister…«, Seite 55

x3viiAus einem Brief von Dr. Stanislaus Hinterstoisser, ehemaliger Präsident der »Gesellschaft zur Untersuchung magischer und okkulter Erscheinungen Salzburg«, zitiert nach Hay: »Das Buch der Toten Namen« Seite 64

x3vKiesewetter: »John Dee« Seite 53

x3viiiLovecraft: »Das Fest«, erschienen in Lovecraft: »Stadt ohne Namen« Seite 56


D.2. LITERATURVERZEICHNIS 

Drury, N., »Lexikon des esoterischen Wissens«, München, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., 1988

Hay, G. (Hrsg.), »Das Buch der Toten Namen«, Bergen/Dumme, Kersken-Canbaz-Verlag, 1995   

Kirde, K. (Hrsg.), »Azathoth«, Frankfurt a. M., Suhrkamp Verlag, 1989 »Die Katzen von Ulthar«, Frankfurt a. M., Suhrkamp Verlag, 1992

Kiesewetter, K., »Das magische Leben des größten Spiritisten des 16. Jahrhunderts: John Dee«, Hamburg, Edition Lotusblüten – Vincenzo Noja, 1991

Kuper, M. (Hrsg.), Kiesewtter, K., »JOHN DEE und der Engel vom westlichen Fenster«, Berlin, Verlag Clemens Zerling, 1993

Kunzemann, P., »dtv-Atlas zur Philosophie«, München, Deutscher Taschenbuch Verlag Gmbh&Co.KG, 1993, 3. Auflage

Lovecraft, H. P., »Berge des Wahnsinns«, Frankfurt am Main, Suhrkamp Verlag, 1990 »Cthulhu-Geistergeschichten«, Frankfurt a. M., Suhrkamp Verlag, 1972

drslb. »Stadt ohne Namen«, Frankfurt a. M., Suhrkamp Verlag, 1981

drslb. »Der Flüsterer im Dunkeln«, Frankfurt a. M., Suhrkamp Verlag, 1990 

Müller, W. H., »Urlicht«, Bergen/Dumme, Kersken-Canbaz-Verlag, 1994

derslb. »LOVECRAFT – Schatzmeister des Verbotenen«, Bergen/Dumme, Kersken-Canbaz-Verlag, 1993

Papus, »Die Kabbala«, Wiesbaden, Fourier Verlag, 1995, 13. Auflage

Rottensteiner, F. (Hrsg.), »Der Einsiedler von Providence« Frankfurt a. M., Suhrkamp Verlag 1992

 


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