Ritualmagie

Die Ritual- oder auch Zeremonialmagie bezeichnet die so genannte klassische Magie. Ihr Schwerpunkt bildet das Ritual.

Ein Ritual wiederum verkörpert eine – durchaus auf Logik (Handlungsablauf) und Psychologie (Wirkungen) fußende – Zusammenstellung feierlicher Handlungen (Zeremonien) in meist vorgeschriebener Form (Ritual- u. Anrufungstexte), um eine Gott- oder Wesenheit anzurufen, zu beschwichtigen, zu bannen, oder gar zu »zwingen« (vgl. Fausts Höllenzwang). Man spricht in diesem Fall auch von der so genannten EVOKATION oder EVOKATIONSMAGIE.

Um eine INVOKATION oder die INVOKATIONSMAGIE handelt es sich meist dann, wenn die Imitation von Gott- oder Wesenheiten (das eigene Annehmen von Gott- oder Tierformen) die Basis der rituellen Handlung darstellt, um dadurch übernatürliche Kräfte oder aber entsprechende Erkenntnisse zu erhalten. Diese Form der rituellen Handlung ist auch im Schamanismus weit verbreitet (lat.: involo = hinein fliegen).

Leider bieten die beiden Begriffe (Invokation und Evokation) immer wieder Anlass zur Verwirrung, da sie von Autoren magischer Schriften mit den unterschiedlichsten Bedeutungen belegt werden. Grund hierfür dürfte wohl die Tatsache sein, dass diese beiden Begriffe religions-phänomenologischen Ursprungs sind, und deren Bedeutung (lat. Wortstamm) mit der Intention des magisch Handelnden meist unvereinbar sind (lat.: invoco = zu Hilfe rufen, um Hilfe bitten).

DIE HANDLUNGSINHALTE EINES RITUALS SIND:

 

Das Ritual selbst unterliegt einem stufenweisen Aufbau, der meist in einem Höhepunkt gipfelt, um dann – in umgekehrter Reihenfolge – auf eine Art »Nullpunkt« zurückgeführt zu werden.

In der Ritual- und/oder Zeremonialmagie ist die Bekleidung (magische Robe) sowie das Benehmen (Einhaltung der Reihenfolge der Anrufungstexte, Ablauf der Finger- und Handgestiken) gewissen Regeln unterworfen. Die Wirksamkeit der Ritualmagie beruht auf dem Zusammenspiel des »Erglaubens« (der eigenständigen Erzeugung IM, sowie auch der Herabziehung AUS dem Äther), dem »Erkönnen« (psychologisch wirksame emotionale Muster = Erzeugung so genannter Psychogone) und der damit einhergehenden so genannten Vitalstase. Es ist somit belanglos, ob der Sinn (Ratio) eines Rituals verstanden wird oder nicht, was ohnehin meist ein sinnloses Unterfangen darstellt (vgl. u.a.: nicht transkribierbaren Anrufungstexten mittelalterlicher Grimoires – nicht aller, aber den meisten, sowie diversen komplexen Freimaurerritualen).

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